Liebesgeschichte Teil 13Sarah und Will haben miteinander geschlafen.

Sie verbrachten den Rest des Vormittags im Bett, auch wenn Jack laut protestierte. „Er ist eifersüchtig,“ sagte Sarah und tätschelte Jack, der vor dem Bett saß und sie mit schrägem Kopf ansah. „Fragt sich nur auf wen.“, sagte Will und küsste sie. Es war gegen Mittag als sich Sarahs Magen lautstark zu melden begann. „Ich schätze, ich muss mich um was zu essen für dich kümmern.“, sagte Will und lächelte. Es tat gut, ihn lächeln zu sehen.


Sie gingen nach unten in die Küche und er hob sie auf den Tresen. Sie saß dort mit nichts anderem bekleidet als Unterwäsche und seinem Shirt und ließ entspannt die Beine baumeln, während er neben ihr etwas Gemüse zerschnitt. Jack stromerte draußen im Garten herum. Die Verandatür war offen. Von draußen wehte eine angenehm kühle salzige Meeresluft herein und ließ die Vorhänge flattern. Sarah war glücklich, aber sie wusste, dass sie nicht hier bleiben konnte. „Will?“ Sie nahm seine Hand. Er trat zu ihr und blickte ihr in die Augen. „Ich muss heute Abend zurück in der Stadt sein.“ Sein Gesicht verdunkelte sich. Er nickte und legte seine Stirn an die ihre. „Mein Job,“ versuchte sie zu erklären. „Ich werde morgen früh im Büro erwartet.“ Will sagte dazu nichts. „Ich werde mit Peter reden. Ich…“ Sie traf eine Entscheidung und spürte, dass sie richtig war. „Ich werde ihn verlassen.“ Will trat einen Schritt zurück und sah sie an: „Tu das nicht, Sarah, nicht für mich.“ Das versetzte ihr einen Stich. „Ich verstehe nicht…“ Er trat zu ihr, legte seine Hand auf ihre Wange, so dass sie eine Gänsehaut bekam. Er flüsterte: „Ich bin krank, Sarah. Ich weiß nicht, ob ich je wieder der Mann sein werde, der ich früher war.“ Sarah erwiderte: „Ich habe doch mit dem Will geschlafen, der du heute bist.“ Er sah sie zweifelnd an. Sie zog ihn zu sich und küsste ihn sanft und er erwiderte ihren Kuss. Am liebsten hätte sie ihn wieder geliebt, hier und auf der Stelle. „Wie ich sehe, amüsierst du dich köstlich, Will!“


Eine tiefe Stimme riss sie aus ihrer Zweisamkeit. Wie es schien, hatten die Leute hier am Beach die schlechte Angewohnheit, unangekündigt in ein Haus zu kommen. In der Küche stand niemand geringeres als Alexander Turner, der Staatsanwalt! Sarah kam sich sofort unglaublich dumm und nackt vor. Will stellte sich schützend vor sie. „Was willst du hier, Alex?“ „Nun, das ist auch mein Haus, oder nicht?“ Er trat zu ihnen und schnappte sich ein Stück Gurke und schob es sich in den Mund. Dabei blickte er Sarah fast anzüglich an. „Alex!“, Wills Stimme klang drohend. Das war genug für Sarah. Sie hüpfte von der Theke. „Ich werde die Herren Turner lieber einen Moment allein lassen.“ Dann verschwand sie schnell nach oben, mit dem Gedanken, dass Alex sicher einen tollen Blick auf ihren Hintern hatte, als sie die Treppe nahm. Sie kam nicht umhin die folgende Diskussion zu hören. „Was soll das Will?“, fragte Alexander. „Was meinst Du?“, antwortete Will als hätte er keine Ahnung, was sein Bruder von ihm wollte. „Was ich meine? Das ist Peter Dunhams Verlobte, verdammt nochmal!“ Alexander klang wütend. „Nicht mehr!“, antwortete Will trotzig. Sie musste lächeln, sie konnte sich seinen Gesichtsausdruck nur zu gut vorstellen. „Gestern Abend war sie es noch!“ Sarah wurde übel bei dem Gedanken, was sie Peter gerade antat. Ausgerechnet der Staatsanwalt persönlich musste sie erwischen. Was für eine Schmach für Peter! „Das mit Sarah ist mir ernst.“, sagte Will und Sarahs Herz machte einen Sprung. „Ha! Bist du nicht erst letztens zu mir geflüchtet, um ihr aus dem Weg zu gehen?“ Alexander lachte spöttisch. „Will, du hast ganz andere Sorgen!“ Will schien ihm nicht darauf antworten zu wollen. „Ich weiß, warum du das tust. Ich habe die Sache mit Melissa Jacobs nicht vergessen. Du willst Peter eins auswischen. Aber glaube mir, Peter lässt niemanden so leicht vom Haken! Gegen ihn hast du keine Chance, bei keiner Frau. Also reiß dich gefälligst zusammen, Mann!“ Sie hörte Peter vernehmlich seufzen. „Ich will doch nur, dass du gesund wirst, Will.“ Sarah war überrascht. Alexander Turner hatte auf einmal eine Wärme in der Stimme, die sie nicht kannte. Er schien wirklich um Will besorgt zu sein. Vielleicht hatte er ja recht. Vielleicht war diese Sache zwischen Will und ihr ein Fehler. Will war krank, schien Ruhe zu brauchen und nicht eine verrückte Affäre.


Kurze Zeit später hörte Sarah die Haustür ins Schloss fallen. Sie ging in Wills Zimmer, um sich anzuziehen. „Wie geht es dir?“ Will stand in der Tür. Er sah nicht glücklich aus. Sie zuckte mit den Schultern und er kam zu ihr. „Wer ist Melissa?“ Er fuhr sich mit den Händen durch die Haare und setzte sich aufs Bett. „Du hast es gehört?“ „Ja, ich…“ Es war Sarah peinlich, aber so war es nun einmal. „Ich war mit ihr zusammen.“, erklärte Will. „Es ist schon eine Weile her.“ „Und?“ Was hatte das mit Peter und ihr zu tun? „Peter hat sie mir ausgespannt.“ Er sah sie nicht an. „Wow!“ Sarah schossen so einige Gedanken durch den Kopf. Sie erinnerte sich dunkel an Exfreundinnen von Peter. Eine Melissa stach nicht besonders heraus. Sie trat ans Fenster und sah hinüber zum Strandhaus. Sie spürte keine Eifersucht. Sie fragte sich nur, ob Alexander recht hatte: War die Sache zwischen Will und ihr nur seine Rache an Peter?  „Wegen ihr bin ich damals nach Afrika gegangen. Also, weil sie mit Peter….“ Sie sah die Narbe an seinem Rücken, setzte sich zu ihm und strich mit ihrem Finger vorsichtig über die verwundete Haut. „Und hat er recht? Alexander?“ Will sah sie verständnislos an. „Bist du mit mir zusammen, um Peter eins auszuwischen?“ Sie horchte in sich hinein, ob da nicht doch ein Funken Eifersucht war. „Sarah, du bist in mein Leben getreten, nicht anders herum.“, sagte er sanft. „Erinnerst du dich?“ Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Das mit Melissa ist so viele Jahre her. Ich war nur ein paar Wochen mit ihr zusammen. Ich habe es überlebt! Glaube mir.“, sagte er eindringlich. Das tat sie. „Es ist nur…“, sagte sie und stockte. „Was?“, Will sah sie an. „Ich möchte nicht, dass du glaubst, ich verlasse Peter nur wegen dir.“ „Okay?“ „Es ist einfach nicht richtig mit ihm, ich liebe ihn nicht, nicht genug, um ihn zu heiraten… Ich will nicht, dass du dich verpflichtest fühlst, mit mir, du weißt schon… zusammen zu sein.“ Will lächelte und küsste sie.

Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.