Verstopfung - zwei mögliche UrsachenIm heutigen Artikel möchte ich über ein heikles Thema schreiben: Verstopfung. Unser Darm trägt täglich dazu bei, Giftstoffe aus unserem Körper zu entfernen. Leiden wir unter Verstopfung, verbleiben die Giftstoffe länger im Körper und können auch über die Darmwände in den Körper gelangen. Was die Gründe für eine Verstopfung sein können, erkläre ich dir in den nächsten Absätzen.

Zu wenig Ballaststoffe – deshalb Verstopfung

Insbesondere der  veganen Ernährung haftet das Stigma an, eine Mangelernährung zu sein. Dabei weist die so genannte Mischkost oft einen großen Mangel auf: nämlich an Ballaststoffen! Dies ist einer der Gründe, warum viele Menschen mit westlicher Standardernährung an Verstopfung leiden.

Nährstoffe, auf die wir achten sollten

Warum sind Ballaststoffe so wichtig?

Ballaststoffe helfen unserem Darm bei der Verdauung und damit bei der Entgiftung. Denn es gilt: je weniger Ballaststoffe, desto träger die Verdauung. Wie wichtig diese Entgiftungsfunktion ist, habe ich in meinem Buch behandelt:

„Vegetarierinnen haben einen höheren Ballaststoff-Input und damit auch eine erhöhte Darmtätigkeit. Diese trägt dazu bei, die Östrogenüberschüsse loszuwerden. In einer Studie wurde der Stuhl von Frauen untersucht und die Vegetarierinnen hatten im Stuhl doppelt so viel Östrogen. Östrogen, das also nicht mehr im Körper Schaden anrichten konnte, weil es ausgeschieden wurde.[i]

[i] Goldin BR, Adlercreutz H, Gorbach SL, Warram JH, Dwyer JT, Swenson L, Woods MN. Estrogen excretion patterns and plasma levels in vegetarian and omnivorous women. N Engl J Med. 1982 Dec 16;307(25):1542-7.

Zu viel Östrogen kann das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen. Deshalb ist es eine entscheidende Brustkrebsvorsorgemaßnahme, auf eine gute und regelmäßige Darmtätigkeit zu achten, um überschüssiges Östrogen auszuscheiden. Dies gilt natürlich nicht nur für das Östrogen, sondern für alle möglichen Giftstoffe, die über unsere Verdauung entsorgt werden.

Eine ausreichende Zufuhr an Ballaststoffen schützt nicht nur wirksam vor Verstopfung, sondern auch vor einem Schlaganfall (hier), Darmkrebs, Brustkrebs, Diabetes, Herzerkrankungen und nicht zuletzt vor Übergewicht.

Dr. Michael Greger erklärt in seinem neuen Buch How not to die! (unbedingt lesen!), dass 97% der Amerikaner zu wenig Ballaststoffe essen! Die DGE zeichnet ein ähnliches aber nicht ganz so erschreckendes Bild von den Deutschen, wonach 75 % der Frauen und 68 % der Männer zu wenig Ballaststoffe am Tag zu sich nehmen.

Wie viele Ballaststoffe hast Du heute schon zu Dir genommen?

Ballaststoffe sind in unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln zu finden und in geringerem Maße in leicht verarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln. Nicht zu finden sind Ballaststoffe in tierischen Produkten.

Es wird dabei zwischen wasserlöslichen Ballaststoffen, wie sie in Bohnen, Haferflocken, Nüssen und Beeren zu finden sind, und nicht löslichen Ballaststoffen, wie beispielsweise in Vollkorn und braunem Reis, unterschieden.

Wir sollten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung mindestens 30g Ballaststoffe täglich zu uns nehmen. Greger empfiehlt in seinem Buch auf Grundlage aktueller Forschungsergebnisse sogar einen Konsum von 25 g löslichen und 47 g nicht-löslichen Ballaststoffen täglich!

Wie aber findest du heraus, ob du genug Ballaststoffe zu dir nimmst? Du könntest über ein paar Tage mal das, was du isst, analysieren, beispielsweise auf der Seite: FDDB (die haben auch eine kostenlose App). Dort kannst du die Lebensmittel eingeben, die du am Tag gegessen hast und siehst dann unter anderem, wie viele Ballaststoffe sie beinhalten.

Ich nutze gern die englische Seite Cronometer, weil ich sie übersichtlicher finde und habe auch von denen die App (2,99€).

Kleinkinder und Verstopfung – das Problem mit der Tiermilch

Neben einem Ballaststoffmangel gibt es noch einen weiteren Grund, warum wir an Verstopfung leiden können – Milch. Insbesondere Kinder können Probleme mit ihrer Verdauung bekommen, weil viele Eltern ihren Kindern regelmäßig Kuhmilch zum Trinken geben.

Wissenschaftler untersuchten wiederholt, ob Milchkonsum und chronische Verstopfung bei Kindern in Zusammenhang stehen. Und tatsächlich, in der aktuellsten Studie aus dem Jahr 2013 konnten die Ergebnisse aus vorhergehenden Studien bestätigt werden: sobald die Kinder jegliche Kuhmilchprodukte absetzten, ging auch die Verstopfung zurück.

Gab man den Kindern später wieder Kuhmilch, kehrten die Verstopfung und andere Symptome, wie beispielsweise Entzündungen im Windelbereich, wieder zurück. Hielten sich die Kinder dagegen weiterhin von Kuhmilchprodukten fern, blieb die Verdauung komplikationslos. Ursache für diesen Zusammenhang könnte eine Milchallergie sein, beziehungsweise eine Allergie gegen bestimmte Milchproteine.

Ausführlicher erklärt das Dr. Michael Greger in diesem Video (mit deutschen Untertiteln):

Zusammenfassung

Um einer Verstopfung auf natürlichem Weg entgegen zu wirken, empfiehlt es sich also, die tägliche Ballaststoffzufuhr zu erhöhen: je mehr Ballaststoffe, desto besser. Schließlich nimmt man neben den Ballaststoffen auch viele andere wichtige Nährstoffe über pflanzliche Nahrung auf: beispielsweise Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe. Schöner Nebeneffekt: eine rege Verdauung schützt vor diversen Erkrankungen wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen.

Wenn du oder eins deiner Kinder unter Verstopfung leiden, solltest du unbedingt einmal austesten, ob ein Verzicht auf Milchprodukte eine Besserung bringt. Diese sollte bereits innerhalb weniger Tage sichtbar werden.

Wie immer bin ich total gespannt auf deine Meinung und Erfahrungen zu dem Thema. Schreib mir gern mehr dazu in die Kommentare 🙂

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Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.