Zeitkontingent für MedienkonsumIhr wisst, dass für mich der ausufernde Fernsehkonsum meine Kinder ein rotes Tuch ist. Jetzt aber habe ich für mich und die Kinder eine ganz gute Lösung gefunden. Meine Kinder können in Zukunft frei entscheiden, wann sie fernsehen, aber gleichzeitig bleibt der Fernsehkonsum eingeschränkt. Ich habe mir überlegt und das auch schon mit meiner großen Tochter (7) besprochen, dass die Kinder ein festes Zeitkontingent für den Fernsehkonsum bekommen.

Da meine Große mittlerweile auch Internet und Handy entdeckt hat, möchte ich dafür ebenfalls ein Zeitkontingent festlegen. Warum mir das so wichtig ist? Ich möchte gern, dass meine Kinder nicht nur (Medien) konsumieren, sondern auch selbst etwas produzieren. Denn eins ist sicher: nachhaltig befriedigender ist es, etwas selbst zu machen und nicht nur als Zombie auf der Couch zu hocken.

Auch im Internet am liebsten Videoclips

Meine Große geht zum Beispiel gern auf dieWebsite von Kikaninchen. Aber auch dort schaut sie am liebsten die Filmclips, und weicht dann gern dorthin aus, wenn sie nicht fernsehen darf. Auf dem Handy spielt sie ab und zu ein paar Spiele. (Ich kann Euch die App „König der Mathematik“ empfehlen.) Aber seit sie entdeckt hat, dass sie auf dem Handy auch Youtube-Videos schauen kann, ist das natürlich ihre Lieblingsbeschäftigung… Ich kann es ihr kaum vorwerfen – schließlich bin ich genauso 🙂

Vom Konsumieren zum Produzieren – das wäre perfekt

Dabei ist sie aber nicht immer nur reine Konsumentin geblieben: Sie hat zum Beispiel ein Video zu Cake Pops angesehen und dann den Wunsch geäußert, das selbst zu machen. Wir haben dann die Zutaten besorgt und tatsächlich an einem Nachmittag zusammen diese Cake Pops gemacht. Hier hat es also perfekt funktioniert: Sie hat durch das Internet eine tolle Idee bekommen, inklusive einer Handlungsanleitung und konnte das dann erfolgreich in ihrer eigenen Realität umsetzen. Insofern finde ich das Internet echt super, auch für Kinder!

Was ich eben nicht mag ist, wenn sie gleich am Morgen nach dem Aufstehen nach dem Handy greift und dann stundenlang Spiele spielt oder einfach nur Videoclips von Barbie oder Bibi und Tina anschaut. Eine gewisse Zeit ist das o. k., deshalb auch meine Idee mit dem Zeitkontingent, aber ich möchte auch, dass meine Kinder gezwungen sind, ihre Zeit selbst zu gestalten. Ich halte es nämlich für extrem wichtig, dass wir lernen auch ohne diesen Medienkonsum unseren Tag zu gestalten. Durch den Medienkonsum werden wir so passiv und träge. Ich beobachte das ja bei mir selbst, wie sehr ich mich dazu zwingen muss, einfach mal den Computer sein zu lassen, aufzustehen und rauszugehen. Dabei ist es viel entspannender und befriedigender, wenn man die Bildschirme mal auslässt und unser Gehirn kommt endlich mal wieder in einen aktiveren Modus. Ich bin definitiv kreativer, wenn ich bewusste Medienpausen einlege.

Ich möchte gern, dass meine Kinder den Umgang mit den Medien lernen, aber auch begreifen, dass da mehr ist als nur Fernseher, Computer und Co. Das ist nämlich künstliche Bespaßung und dann gibt es noch den richtigen Spaß, den die Kinder selbst gestalten können. Deshalb hatte ich ursprünglich meinen Kindern nur noch am Wochenende das Fernsehen erlaubt. Das war aber noch nicht die optimale Lösung. Ich habe damit die Entscheidungsfreiheit meiner Kinder extrem eingegrenzt habe, weil ich entschieden habe, wann sie Fernsehen dürfen. Das hat natürlich zu Diskussionen und Streit geführt.

Wie ich mir das mit dem Zeitkontingent vorstelle

Jetzt habe ich es mir folgendermaßen überlegt: die Kinder haben insgesamt drei Stunden Fernsehzeit in der Woche. Die Große bekommt zusätzlich noch drei Stunden auf dem Handy oder am Computer.

Als ich nun mit meiner großen Tochter über das Zeitkontingent gesprochen habe, fand sie diese Idee sehr gut. Vor allem gefiel ihr, dass sie tatsächlich selbst entscheiden kann, wann sie dieses Kontingent aufbraucht. Wenn sie möchte, könnte sie theoretisch bereits am Montag den ganzen Nachmittag Fernsehen und damit ihr Zeitkontingent für den Rest der Woche aufbrauchen. Sie wird schnell merken, dass es nicht so ideal ist, wenn sie dann die restlichen sechs Tage gar nichts mehr gucken kann. Sie war aber schon clever genug zu erkennen, dass sie auch drei Tage lang 1 Stunde fernsehen könnte und dann noch drei Tage je 1 Stunde auf dem Handy spielen könnte. Diese Aussichten fand sie sehr gut. Ich bin äußerst gespannt, wie das klappt!

Wie kann ich das den Kleinen klarmachen?

Momentan überlege ich noch, wie ich das bildlich gut darstellen kann für die Kleinen (2 und 5). Ich möchte gern, dass sie auch begreifen, wie viel Fernsehzeit für sie noch übrig ist, weil gerade der Jüngste sehr viel bettelt, um fernsehen zu können. Ich möchte am liebsten gut sichtbar eine Art Tafel oder Ähnliches aufhängen, auf der vielleicht eine Sanduhr aufgezeichnet ist für die Kleinen oder einfach drei Uhren, die jeweils eine Stunde symbolisieren…

Zeitkontingent mit Uhr

Bilder von Uhren könnten den Kleinen dabei helfen, ihr verbliebenes Zeitkontingent besser einzuschätzen

Ich werde euch natürlich auf dem Laufenden halten, wie die Umsetzung im Alltag klappt 🙂

 

Wie immer freue ich mich über eure Meinungen und Erfahrungen zu dem Thema. Ich bin ja sicher nicht die einzige Mama, die mit dem Thema Medienkonsum zu kämpfen hat 🙂

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Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.