Ideenmanagement mit TaschenkalenderAls Minimalistin, versuche ich, alle möglichen Arbeiten online, am Computer beziehungsweise auf meinem Handy zu erledigen, um so wenig wie möglich verschiedenes Zubehör zu haben. Trotzdem habe ich mir vor einigen Wochen einen Moleskine Wochenkalender zugelegt: für mein tägliches Aufgaben- und Ideenmanagement. Ich hatte mit Interesse gelesen, dass Nic Pinguet ein so genanntes Bullet Journal nutzt. Was genau das ist, erklär ich dir gleich.

Ich selbst habe mir schon unglaublich viele Notizbücher in meinem Leben gekauft. Ole weiß davon und lacht auch gern darüber, denn als Schreibsüchtige gehört Schreiben zu einer Tätigkeit, ohne die ich nicht leben kann. Es ist etwas, dass ich einfach tun muss. Deshalb neige ich dazu, mir irgendwelche Heftchen oder Bücher zu kaufen, um darin herumzukritzeln.

Tagebuchschreiben war mein Ding

Ich war auch die typische Tagebuchschreiberin. In meiner Jugend habe ich sehr viele davon vollgeschrieben. Seit einigen Jahren aber, ich würde mal behaupten, seitdem meine Kinder auf der Welt sind, habe ich keine mehr gekauft. Ich hatte nicht mehr die Zeit und Muße zum Tagebuchschreiben. Ich habe ab und zu noch Zettel vollgeschrieben und diese Ideen dann bei Zeiten in den Computer übertragen. Jetzt schreibe ich diesen Blog, um mich auszutoben. Ich nutze sehr gern Evernote, um längere Texte und Artikelentwürfe zu notieren, und Wunderlist benutze ich recht erfolgreich, um bestimmte temporäre Listen anzulegen, zum Beispiel Einkaufslisten und eine Liste, mit allem, was ich für den Urlaub nicht vergessen darf einzupacken. Das will ich auch weiterhin tun, weil es wirklich sehr gut funktioniert, was aber bisher bei mir nicht wirklich klappt, ist mein Aufgaben- und Ideenmanagement. Das ist teilweise Chaos und so gehen mir wichtige Ideen wieder verloren.

Keine App fürs Ideenmanagement

Hier habe ich noch keine App gefunden, mit der ich zufriedenstellend arbeiten konnte. Ich habe oft täglich oder stündlich, Ideen für Artikel, Ideen für Projekte und Experimente, nicht nur für mich, auch für die Kinder und gleichzeitig habe ich jeden Tag gefühlt hunderte Aufgaben und organisatorische Dinge zu bedenken, zu erledigen, zu organisieren. Ihr könnt euch vorstellen, als Mutter dreier Kinder reicht eine einfache Liste nicht aus und wenn ich mehrere Listen anlege, verliere ich den Überblick oder es wird mir schlichtweg zu kompliziert! Ich will mir keine Gedanken machen müssen, wo ich etwas hinschreibe, um es mir zu merken. Und so ein kleines Handydisplay reicht mir auch nicht aus, weil ich nicht alles auf einen Blick sehe, sondern immer nach oben oder unten scrollen muss, um die einzelnen Punkte auf der Liste anzuschauen und es hat sich für mich einfach nicht als praktikabel erwiesen.

Der Kaufimpuls

Als ich nun also das Arbeitsbuch von Nic gesehen habe, kam in mir sofort wieder der Gedanke auf: Ach, das will ich auch haben! Als Minimalistin habe ich aber schon gelernt, dass man nicht jedem Kaufimpuls nachgeben sollte. Nur so am Rande: am besten Kaufideen immer mit Datum auf eine Liste schreiben und mindestens 30 Tage liegen lassen (ein Tipp von Leo Babauta aus meinem Buch Mehr Geld). Ich habe diesen Gedanken also eine Weile mit mir herumgeschleppt und ihn beobachtet und innerlich darauf getestet, ob es einfach nur der Wunsch ist, irgendetwas zu kaufen oder ob diese Idee wirklich Sinn macht.

Warum ein Bullet Journal (gerade) nicht zu mir passt

Ich habe ein wenig im Netz recherchiert und diese tolle Seite entdeckt, wo erklärt wird, wie man ein Bullet Journal führen könnte.

Bullet Journals sind eine spezielle Form, des Tagebuch-Führens: Es ist kreativ. Du nimmst dir jeden Tag Zeit, um zu reflektieren. Du kannst alles, dort hinein schreiben: Ideen, Zitate, wofür du dankbar bist, die Wochen- und Monatsziele – alles, was dir wichtig ist, auf ganz individuelle Weise. Eine tolle Sache!

Ideenmanagement mit Bullet Journal

Die Großstadtprinzessin erklärt auf ihrem Blog, wie man ein Bullet Journal für sich nutzen kann. Klicke auf das Bild, um zu ihrem Beitrag zu gelangen.

Für mich kommt das derzeit leider nicht in Frage. So ein Bullet Journal  würde bei mir momentan nicht funktionieren. Es ist zu kompliziert, denn man muss ein System im Kopf haben und sich dieses System angewöhnen. Dann bedarf es noch einiger Vorbereitungszeit, um sich die Seiten im Buch (handschriftlich) einzurichten. Also nicht unbedingt etwas für mich, weil mir als Mama dafür einfach die (innere) Ruhe fehlt.

Deshalb lieber Ideenmanagement mit Wochenkalender

Eines schönen Tages im Februar war ich dann in einem Buchladen. Ich gehe sehr gerne in Buchläden, um mich einfach mal inspirieren zu lassen und dort gab es noch einige Taschenkalender für dieses Jahr zu günstigen Preisen. Da ist mir natürlich sofort wieder eingefallen, dass ich so etwas haben möchte und naja, ich habe einfach mal zugeschlagen. Für mich war sehr wichtig, dass ich im Kalender jeden Tag recht viel Platz habe, um etwas einzutragen, nämlich die am Tag anstehenden Aufgaben und um zu dokumentieren, was ich an diesem Tag alles geschafft habe. Auf der rechten Seite habe ich jede Woche eine ganze Seite frei. Auf dieser Seite kann ich alle meine Inspirationen dieser Woche eintragen, zum Beispiel Ideen für Artikel, für den Blog, für YouTube Videos.

Der Wochenkalender: perfekt für mein Ideenmanagement

Auf der linken Seite in meinem Kalender sind die Wochentage mit viel Platz zum Eintragen und rechts habe ich genügend Freiraum, um mich mit den Ideen, die ich in der Woche habe auszutoben.

Unten auf der rechten Seite trage ich wichtige Erledigungen ein, die in dieser Woche anstehen und was ich in dieser Woche nicht schaffe, übertrage ich einfach dann wieder auf die nächste Woche. So kann ich also auch Aufgaben mitnehmen, wenn ich sie noch nicht geschafft habe oder Ideen vortragen, wenn etwas längerfristig organisiert werden muss. Ich nutze den Kalender wirklich nur für meine Arbeit. Ich schreibe also überhaupt keine persönlichen Termine oder Ähnliches dort ein (dafür nutze ich unseren Google Familienkalender auf dem Handy). Einzige Ausnahme: es findet etwas während meiner eigentlichen Arbeitszeit statt. Beispielsweise werde ich kurz vor Ostern die Klasse meiner Großen zur Ostereiersuche begleiten, was also in meiner eigentlichen Arbeitszeit passieren wird und deshalb auch in diesem Kalender steht.

Ich habe dieses Buch immer in meiner Handtasche und es macht mir viel Spaß, Dinge handschriftlich dort einzutragen. Es ist irgendwie befriedigender, als etwas auf eine Liste auf dem Handy zu schreiben und der Kalender fügt sich sehr gut in meinen organisatorischen Alltag ein. Das heißt, ich habe tatsächlich das Gefühl, wenn ich dieses Buch nutze, bin ich letztendlich produktiver und vor allem vergesse ich meine ganzen Ideen nicht! Es hilft mir dabei, meine Ideen tatsächlich umzusetzen, weil ich auf der rechten Seite die Idee notiere und auf der linken Seite direkt eintragen kann, an welchem Tag ich die Idee umsetze, beziehungsweise an welchem Tag ich den ersten Schritt zur Umsetzung dieser Ideen machen kann.

Morgens, wenn ich mich an den Computer setze, brauch ich nur die aktuelle Woche im Kalender aufschlagen und sehe genau, was ansteht. Ich kann super planen, mit dem Kalenderteil und ganz spontan Ideen eintragen, auch wenn ich mal unterwegs bin, weil ich den Kalender immer in meiner Handtasche dabei habe. Er ist zum Glück, klein (A6-Format) und handlich. Für mich momentan die beste Lösung. 🙂

PS: Wenn Ihr wissen wollt, wie auch andere Blogger ihre Ideen managen und sich selbst organisieren, schaut doch mal hier vorbei. Katja Schönefeld und Jessika Fichtel veranstalten dort noch bis zum 31. März eine Blogparade zum Thema Selbstorganisation. #orgaparade

Wie funktioniert Euer Aufgaben- und Ideenmanagement? Nutzt Ihr eine App? Eine Liste oder mehrere? Oder so wie ich einen Kalender? Seid Ihr Bullet Journal Fans oder gehört Ihr zur Filofax-Gemeinde? Ich bin wie immer gespannt, was Ihr mir zu erzählen habt.

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Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.