Jetzt schreibt OleEs ist etwas ganz Furchtbares passiert! Ole, mein Mann, will jetzt auf MEINEM Blog schreiben! Ausgerechnet!!!!   Nee, natürlich ist das total super und ich freue mich riesig, dass er das jetzt endlich mal angeht! Ich bin nämlich schon lange überzeugt, dass viele Leute von Oles Ideen und Erfahrungen profitieren können. Warum? Ole ist ein so genannter Macher! Er hat schon so vieles angepackt und verwirklicht! Und das sage ich nicht nur, weil ich mit ihm verheiratet bin 🙂 Es ist also an der Zeit, dass Ihr ihn endlich mal kennenlernt. 

Liebe Leser,

seitdem meine Frau auf diesem Blog schreibt, bin ich mehr oder weniger freiwillig zu einer öffentlichen Person geworden. Meine tiefsten Geheimnisse schreibt meine Sina in ihren Blog rein und nennt dabei – im Gegensatz zu sich selbst – einfach meinen echten Namen. Was für eine Frechheit! Da ich gerade in einer äußerst spannenden Lebenssituation bin, dachte ich: Was soll’s! Wenn schon gläsern, dann richtig. Vielleicht hilft mir die Schreiberei ja dabei, meine Gedanken und Emotionen zu ordnen und den Druck, den ich täglich verspüre, mit auf Eure Schultern zu verteilen. Hähä! Und Euch kann es helfen, nicht dieselben Fehler nochmal zu machen, die ich vielleicht gerade mache – auf meinem Weg in eine hochriskante Selbständigkeit und auf der Suche nach dem Glück.

Da wir uns noch nicht kennen, möchte ich erstmal ein paar allgemeine Dinge zu meiner Person erzählen:

Wer bin ich?

Ein von irgendeiner, für mich noch nicht ganz erklärbaren Kraft getriebener Workaholic, der neben der ganzen Arbeiterei versucht, ein halbwegs vernünftiges Familienleben mit drei süßen Kindern und stark an Leistungssport grenzende Leichtathletik unter einen Hut zu bekommen. Ich bin Optimist und Menschenfreund. Seit sehr vielen Jahren ernähre ich mich aus Überzeugung vegetarisch, seit einigen Jahren vegan.

Aus der Vision heraus, freier und glücklicher zu sein, habe ich letzten Herbst einen sicheren und gut bezahlten Job gekündigt und gemeinsam mit fünf Partnern eine Firma gegründet. Es ist bereits meine zweite, jedoch die erste, in die ich aktiv einsteige. Ich habe zwei weitere Gründungsideen, an denen ich seit mehr als einem Jahr arbeite und die ich in den kommenden Monaten umsetzen möchte. Ob dieser Weg in die riskante Selbständigkeit (gerade in Anbetracht der drei Kinder!) der richtige ist, ob ich die für mich mit finanzieller Unabhängigkeit verbundene Freiheit wirklich erreiche oder als ausgebrannter Versager in der Privatinsolvenz lande, weiß ich nicht. Auf jeden Fall möchte ich Euch auf diese spannende Reise in Form einer Art Live-Ticker mitnehmen. Die Einträge werden nicht so schön aussehen, wie bei Sina und sie werden auch nicht so strukturiert aufgeschrieben sein. Ich schreibe in der wenigen Zeit, die ich habe einfach auf was mir so wiederfährt und hoffe, dass es jemanden interessiert 😉

Ernährung

Die Natur (oder meine Eltern?) hat mich mit so viel Mitgefühl ausgestattet, dass ich – genauso wie Sina – nicht (mehr) in der Lage bin, Tiere zu essen. Klingt jetzt doof, weil ich gerade indirekt behaupte, dass alle Fleischesser wenig Mitgefühl haben. Das will ich so nicht stehen lassen. Die mitfühlenden unter den Fleischessern haben meiner Meinung nach bewusst oder unbewusst nur noch nicht ausreichend über dieses Thema nachgedacht. Auch Milchprodukte lehne ich ab, weil ich es für absurd halte, die eigentlich für Tierbabys gedachte Muttermilch zu konsumieren. Dazu sicher in den folgenden Einträgen noch mehr. Inzwischen kristallisiert sich durch Sinas Recherchen heraus, dass diese Lebensweise obendrein die weitaus gesündere ist, wenn man ein paar Dinge beachtet. Für diese akribische, fast schon wissenschaftliche Arbeit bin ich meiner Frau unendlich dankbar, weil die Ernährung der Schlüssel dafür ist, dass ich jeden Tag fit bin. Mein Körper war schon immer ein besonders enger Freund von mir und ich habe das Gefühl, ihm genau das zu geben, was er braucht. Die sportlichen Leistungen, mein doch eher geringes Schlafbedürfnis und meine gute Konzentrationsfähigkeit beweisen das.

Sport

Sport war schon immer ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Ich habe mehrfach versucht, davon wegzukommen, um mehr Zeit für andere Dinge, wie meine Familie, zu haben. Zwecklos! Wenn ich auf die körperliche Schinderei verzichte, gerate ich sehr schnell aus dem Gleichgewicht. Schlechte Laune und Antriebslosigkeit sind die Folge. Vor allem habe ich festgestellt, dass ich nach intensiven sportlichen Einheiten sehr klare Gedanken habe. Auf einmal finde ich Lösungen für komplizierte Problemstellungen und frage mich, warum ich nicht eher darauf gekommen bin. Ich bin mir heute sicher, dass die Sporteinheiten einen stark meditativen Charakter haben. Als 400m-Läufer bestehen meine Trainingseinheiten meist aus sehr intensiven Sprintintervallen. Heute stehen zum Beispiel 6 schnelle 500 m-Läufe an. Was für eine Quälerei sage ich Euch! Während der Intervalle und in den Pausen dazwischen (heute sind es 10 Minuten Pause) habe ich keine Gelegenheit, an irgendein Alltagsproblem zu denken. Ich horche nur in meinen Körper hinein und versuche das Tempo richtig zu treffen, und zwar genau so, dass ich es gerade so schaffe, bis zum letzten Intervall ohne Geschwindigkeitsverlust durchzukommen. Jede einzelne Einheit ist eine große emotionale Anstrengung, da man sich immer wieder überwinden muss, auch zum nächsten Intervall nochmal anzutreten. Man könnte ja auch einfach nach Hause gehen. Diese emotionale Anstrengung erfordert ein so hohes Maß an Konzentration, dass man alle anderen Gedanken völlig ausblendet. Das wiederum ist genau das Ziel einer guten Meditation. Daher glaube ich, dass der Sport (für mich!) der Schlüssel für einen ausgeglichenen und klaren Geist ist. Die Zeit, die dabei draufgeht hole ich dadurch doppelt und dreifach wieder rein.

So, ich hätte gern noch mehr geschrieben, aber der Zug, mit dem ich jeden Tag in die Firma fahre, kommt gerade am Zielbahnhof an. Ich melde mich bald wieder.
Danke fürs Lesen und bis bald! Ole

Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.