Ich möchte Euch heute gern erzählen, wie wir bei uns in der Familie in den letzten Wochen den Minimalismus weiter umgesetzt haben  – ein Minimalismus-Update sozusagen, um Euch auf dem Laufenden zu halten und zu inspirieren. Wenn Ihr unser Wohnzimmer und Co. sehen wollt, schaut auf meinem Youtube-Kanal vorbei: hier.

Minimalismus Update

Minimalismus-Update: Wohnung

Ole, mein Mann, und ich, lieben es, unsere Wohnung weiter zu minimalisieren und zu optimieren. Wir wohnen zu fünft (mit drei kleinen Kindern) auf  etwas mehr als 80 Quadratmetern und bisher kommen wir mit diesem Platz sehr gut zurecht.

Im Sommer habe ich Euch dieses „lustige“ Video unserer überhaupt nicht minimalistisch wirkenden Wohnung gezeigt. Seit dem ist Einiges passiert, auch wenn es, dank der drei Kinder, immer noch chaotisch bei uns zugeht 🙂

Wir betreiben Minimalismus in der Familie unter anderem auch, um das Chaos im Rahmen zu halten und was wir, Ole und ich, auf jeden Fall bemerken: das Aufräumen und Saubermachen geht immer schneller – weil immer weniger durch die Gegend fliegt.

In unserer Wohnung hat sich auch Einiges verändert: ich habe die Zimmerpflanzen verschenkt und es bis heute nicht bereut! Im Sommer hatten wir auch erstmals keine Balkonpflanzen! Was für ein Segen. Wir haben sowieso einen Ausblick ins Grüne und so musste ich jetzt beispielsweise die Balkonkästen nicht winterfest machen. Wieder sehr viel Arbeit gespart!

Wir haben unser Ehebett rausgeschmissen und schlafen jetzt alle auf Matratzen im Kinderzimmer (siehe dieses Video) – so haben wir einen zusätzlichen Raum bekommen. Eventuell wird unsere Große den mal bekommen, wenn sie ein eigenes Zimmer will.

Über Ebay Kleinanzeigen haben wir gerade unseren alten Couchtisch und die zwei dazu gehörenden Sessel verkauft. Falls Gäste kommen: haben wir jetzt Holz-Klappstühle von Ikea, die wir im Alltag einfach wegräumen können. So haben wir im Wohnzimmer eine große, freie Fläche gewonnen, auf der zum Beispiel die Kinder spielen können. Und ich muss nicht mehr ständig die nervige Glasplatte vom Couchtisch sauber halten.

Minimalismus-Update: Küche

Wir haben die Mikrowelle rausgeschmissen (hatten wir mal von meinen Eltern geschenkt bekommen). Ich habe unseren großen Entsafter gegen eine kleinere Saftpresse ausgetauscht (frisch gepresster Orangensaft muss sein!) und unseren viel zu großen Reiskocher gegen einen kleinen. Die Kaffeemaschine nutzen wir schon lange nicht mehr. Die haben wir in unseren Abstellraum verfrachtet und holen sie nur raus, wenn Gäste kommen. Wir teilen die Kaffeemaschine übrigens schon seit Jahren mit unseren Nachbarn, die auch nur für Gäste Kaffee kochen. Passionierte Teetrinker halt 🙂

Den Kühlschrank habe ich ebenfalls „entrümpelt“ – mache ich regelmäßig – aber diesmal habe ich eine der Zwischenablagen entfernt. Jetzt ist er viel übersichtlicher und so habe ich schneller im Blick, wenn etwas aufgebraucht werden muss. Seht dazu dieses Video.

Wir Erwachsenen versuchen auch unsere Ernährung noch weiter zu vereinfachen: Das bedeutet nicht, dass wir weniger essen oder weniger ausgewogen essen, aber das strukturiertere Essen erleichtert den Einkauf ungemein und man spart nebenbei viel Geld. Abends gibt es jetzt immer ein Wok-Gericht, mal mit Reis, mal mit Kartoffeln, Tofu und vor allem viel Gemüse – je nachdem, was gerade Saison hat. Mittags gibt es meist Reis aus dem Reiskocher mit Salat und Bohnen. Zum Frühstück gibt es in der Regel Frühstücksbrei. Vor allem Ole zieht diese Ernährung wirklich durch und ist glücklich damit. Ich habe wie immer das Problem, dass ich über meine Arbeit und die Kinder das Essen vergesse oder zu faul bin, mir tatsächlich einen Salat zu machen und dann eben nur Reis mit einer Soße zum Mittag esse, was natürlich nicht so optimal ist.

Wir haben übrigens auch alles Öl aus der Küche entfernt, weil wir uns kohlenhydratreich und fettarm ernähren möchten – und kochen jetzt immer ohne Öl. Auch unser Salatdressing kommt jetzt ganz ohne Öl aus.

Minimalismus-Update: Kinder

Natürlich ziehen Kinder Gerümpel magisch an. Während die Besitztümer der Eltern immer weniger werden, muss ich bei den Kindern regelmäßig ausmisten (vor allem Kleidung, aber auch nicht mehr altersgerechtes oder kaputtes Spielzeug) und habe trotzdem das Gefühl, dass es nie weniger wird 🙂

Ich sehe das aber entspannt: es sind Kinder und denen will ich eine extrem minimalistische Lebensweise nicht aufzwingen. Aber auch hier mache ich Fortschritte.

Im Bücherregal beispielsweise: wir kaufen keine Bücher mehr! Bücher für Kinder leihen wir jetzt grundsätzlich in der Bibliothek aus. Wir haben auch schon gemeinsam Kinderbücher aussortiert (zugegeben, die meisten davon noch aus meiner eigenen Kindheit) und in das öffentliche Bücherregal gebracht. Dabei haben die Mädels gleich gemerkt, wie sehr sich Andere über diese Bücher freuen! Ich möchte meinen Kindern gern vermitteln, dass es eine viel langanhaltendere Freude ist, wenn man etwas verschenkt, als wenn man selbst etwas geschenkt bekommt. Das ist ja schon für Erwachsene schwer zu verstehen 🙂

Minimalismus-Upate: Meine Garderobe

Ich selbst habe angefangen, neue Klamotten nur noch in schwarz zu kaufen. Mein Ziel: eine all-black Garderobe. Die Vorteile liegen für mich klar auf der Hand: das Einkaufen geht viel schneller, schwarz macht schlank, ich kann alles in einer Maschine waschen und alles ist untereinander kombinierbar, was wieder heißt, dass ich insgesamt nicht so viele Kleidungsstücke brauche.

Natürlich habe ich nicht plötzlich alle meine farbigen Klamotten weggeschmissen! Aber gerade mit dem Wechsel der Jahreszeiten gehe ich immer meine Klamotten durch und schmeiße alles raus, was kaputt ist oder was ich eigentlich gar nicht angezogen habe, und sobald ich etwas Neues kaufen muss, werde ich das mit einem schwarzen Kleidungsstück ersetzen. Schwarz/Weiß ist bei mir auch erlaubt. Das Gute: schwarz lässt sich super mit den noch vorhandenen farbigen Kleidungsstücken kombinieren. So ist der Übergang überhaupt kein Problem.

Ich kann schwarz gut tragen, weil ich vom Farbtyp ein Wintertyp bin. Besonders gut funktionieren bei mir auch Kontraste. Deshalb „peppe“ ich dann meine Outfits gern mit farbigen Tüchern (die ich sowieso noch habe) auf. Im Winter ist so ein schwarzes Outfit gar kein Problem. Was ich noch nicht weiß ist, wie es im Sommer wird. Ich lass mich da mal überraschen. Auf jeden Fall fühle ich mich momentan mit schwarz sehr wohl!

Wäsche wasche ich jetzt übrigens mit diesem schnell und einfach selbst hergestellten Waschmittel – vegan, umweltfreundlich, weniger Plastik und weniger Kosten!

Minimalismus-Update: Hygiene

Ich trage kein Make-Up mehr – obwohl ich zugeben muss – dass ich jetzt mit meiner All-Black-Garderobe ab und zu mal Lippenstift auflege (vegan von dm) oder auch mal etwas Rouge auf die Wangen tupfe, weil ich nicht völlig blass und farblos aussehen will.

Mein Mann duscht jetzt seit einigen Wochen gänzlich ohne Seife, nur mit heißem Wasser! Ganz ehrlich: er riecht überhaupt nicht! Und mein Mann ist Sportler. Er kommt also regelmäßig verschwitzt vom Training. Aber von Schweißgeruch keine Spur! Gut möglich, dass unsere vegane Ernährung auch etwas damit zu tun hat. Ich habe schon oft gelesen, dass eine tierproduktfreie Ernährung sich positiv auf den Körpergeruch auswirkt.

Ich selbst habe mich auch mal ohne Seife geduscht, aber habe mich danach immer noch so „eklig“ gefühlt, dass ich dann doch nochmal unter die Dusche gesprungen bin. Ich bin wohl noch nicht soweit 🙂

Ich nutze weiterhin meine Menstruationstasse und will sie nicht mehr missen. Damit spare ich vor allem gaaanz viel Müll.

Minimalismus-Update: Konsum

In den letzten Wochen habe ich ausführlich darüber geschrieben: meinen Medienkonsum will ich weiterhin minimalistisch halten (Radio aus, TV sowieso, Internet in Maßen), auch wenn ich mich jetzt nach dem Ende meiner Medienkonsum-Auszeit schon darauf freue, mal wieder in den Weiten des Internet zu stöbern 🙂

Bald ist Weihnachten und es geht nur noch um Geschenke, Geschenke, Geschenke. Unsere Kinder bekommen in diesem Jahr keine Geschenke von ihren Eltern! Ja, wir sind wirklich schlimm 🙂 Nein, eigentlich nicht. Die Kinder bekommen jedes Weihnachten soooo viel von den Großeltern, der Tante und Freunden, dass sie mit Sicherheit nicht merken werden, dass ihre Eltern nicht auch noch etwas gekauft haben. Wir sprechen Geschenke immer mit Großeltern und Co. ab, so dass wir sicher sein können, dass die Herzenswünsche unsere Kinder trotzdem erfüllt werden.

Ihr merkt vielleicht: gerade in der Familie ist es nicht immer so einfach, völlig minimalistisch zu leben und man muss, insbesondere mit Kindern einige Kompromisse eingehen. Wenn es nach mir ginge, hätte ich nur noch einen Rucksack mit all meinen Habseligkeiten drin 🙂 Aber wir sehen das alles nicht so eng. Es macht uns einfach Spaß, die Dinge wegzurationalisieren und den Platz, den wir damit schaffen, füllen eben unsere heiß geliebten Kinder 🙂

Wie geht es Euch so mit dem Thema Minimalismus? Was sind gerade Eure Ziele und Projekte? Das interessiert mich brennend 🙂 Schreibt es mir unten in die Kommentare! Auch, wenn Ihr regelmäßig ein Minimalismus-Update mögt.

Viele Tipps und Tricks zum Einstieg in das Thema Minimalismus bekommt Ihr in meinem Buch „Minimalist„.

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Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.