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Draußen ist es kühler. Die Tage werden kürzer und automatisch hab ich das Bedürfnis, mich wieder zu Hause einzumuggeln. Dir geht es bestimmt genauso. Viele Leute verbinden Minimalismus nicht gerade mit Gemütlichkeit. Der Minimalist wohnt schließlich in einer leeren Wohnung, mit kahlen Wänden, kaltem Fußboden und Heizkosten spart er auch noch!

Ganz so schlimm ist es natürlich nicht, aber es stellt sich schon die Frage, wie Minimalismus und Gemütlichkeit zusammen passen. Gemütlichkeit wird oft mit einer vollen Wohnung gleichgesetzt: viele Kissen und Decken, kuschelige Sessel, dicke Vorhänge und Teppiche. Ein typisch minimalistischer Raum wirkt dagegen erstmal eher kühl, nicht zuletzt, weil er einfach leerer ist.

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Ein minimalistischer Raum: kalt und ungemütlich.

Wie aber können wir unsere minimalistische Umgebung gemütlich machen? Müssen wir dafür die Leere wieder füllen? Ich denke nicht. Hier sind meine ultimativen Minimalismus-Gemütlichkeitstipps für Dich:

  1. Gemütlichkeit geht für mich auf jeden Fall nicht ohne Ordnung. Ich kann mich in einer unordentlichen Umgebung nicht entspannen. Hier sind Minimalisten klar im Vorteil: aufräumen geht dann nämlich viel schneller. Also ist Schritt eins für eine gemütliche Atmosphäre immer – die Wohnung in Schuss bringen. Umso mehr kannst Du dann genießen und entspannen.
  2. Du musst nicht unbedingt Deine Heizung extra weit aufdrehen, um die Wohnung gemütlicher zu machen, meist hilft es ja auch schon, sich einfach etwas wärmer anzuziehen. Hol Deine extra dicken Socken aus dem Schrank, den Lieblingskuschelpullover und dazu die bequemen Schlumperhosen.
  3. Wärme können wir auch mit einer Kerze und einer heißen Tasse Tee erzeugen.
  4. Düfte helfen Dir dabei, eine angenehme gemütliche Atmosphäre in der Wohnung zu schaffen. Jeder liebt andere Gerüche. Ich zum Beispiel mag Lavendel oder Vanille aber auch Orangenduft. Welche Gerüche magst Du? Für schöne Düfte brauchst Du nicht extra teure Öle kaufen: Mit Orangen und Nelken kann man sich zum Beispiel ganz einfach selbst eine Duftquelle basteln: dafür einfach die Orangen mit den Nelken spicken und sie auf einen Teller legen oder aufhängen. Lavendelsäckchen könntet Du Dir auch ganz leicht selbst nähen.
  5. Das Licht spielt natürlich eine entscheidende Rolle für die Gemütlichkeit. Das Flackern von Kerzen ist sehr heimelig und erzeugt Wärme. Minimalistische, akzentuierte Lichtquellen bieten zum Beispiel auch energiesparende Halogenstrahler. Ich beleuchte nicht die ganze Wohnung, sondern nur die Ecke, in der ich gerade sitze und arbeite oder lese.
  6. Angenehme Musik hilft ebenfalls, den Gemütlichkeitsfaktor zu erhöhen. Ich mag zurzeit schöne, entspannende Klänge. Mit dieser App kann ich mir jederzeit heimelige Klänge ins Wohnzimmer zaubern. Am liebsten mag ich das Geräusch von Regen und Gewitter.
  7. Ein etwas ungemütlicher Tipp: Geh 1 Stunde raus in das kalte Wetter. Pack Dich dafür richtig schön ein und genieß den Herbst! Wenn Du dann wieder ins Warme zurückkehrst, wirkt alles noch viel gemütlicher.
  8. Nutze warme Gewürze: ich liebe jetzt Vanille und Zimt auf meinem morgendlichen Frühstücksbrei und schärfere Gewürze wie Pfeffer und Chili auf meinem Mittag essen. Sie wärmen von Innen.
  9. Koch Dir etwas Warmes. Ein heißer Eintopf ist natürlich der Inbegriff von Gemütlichkeit. Hier ist mein aktuelles Lieblingsrezept: Cremige Kartoffelsuppe. Zutaten: 300g (oder mehr) Cashewnüsse, für mindestens 30 Minuten in Wasser eingelegt) | 1 kleiner Sack Kartoffeln (2,5kg) | 1 große Zwiebel | 3 Karotten | 1 Kopf Blumenkohl | 1 Esslöffel Currypuder | 1 Esslöffel Kumin | 1 Esslöffel Koriander, gemahlen | 200g gefrorene Erbsen | 1 Büchse KichererbsenZubereitung: Die Cashewnüsse mindestens eine halbe Stunde in Wasser einlegen. Die klein geschnittenen Kartoffeln im Topf mit Wasser bedecken und zum Kochen bringen, Zwiebel und Karotten klein schneiden und ebenfalls dazugeben. Bei niedriger Hitze 10 Minuten zugedeckt köcheln lassen, ab und zu umrühren. In der Zwischenzeit den Blumenkohl klein schneiden und anschließend mit den Gewürzen zu den Kartoffeln geben. Für weitere 15 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Währenddessen die Cashewkerne mit dem Einweichwasser im Mixer zu einer cremigen Masse pürieren. Diese zusammen mit den Kichererbsen und den gefrosteten Erbsen in den Eintopf geben, umrühren und für weitere fünf Minuten oder länger köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Heiß servieren!(Das Original-Rezept stammt von dieser Website).

Du hast all die Tipps umgesetzt und findest es immer noch nicht gemütlich? Nun:

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Denke noch einmal darüber nach, was Gemütlichkeit für Dich tatsächlich bedeutet. Was macht sie aus? Oft ist uns kalt und alles wirkt ungemütlich, nicht, weil die Wohnung minimalistisch ist, sondern weil unsere Herzen leer sind.

Der Wunsch nach Gemütlichkeit ist vor allem ein Ausdruck der Sehnsucht nach innerer Wärme. Klick um zu Tweeten

Wenn Dir also kalt ist und Du Dich zu Hause nicht wohl fühlst, solltest Du nicht einfach nur die Heizung aufdrehen, sondern Dir einmal Gedanken machen, was Dir jetzt richtig gut tun würde. Es ist die perfekte Zeit, sich mal mit sich selbst zu beschäftigen und unserem Geist, unserem Körper etwas Ruhe zu gönnen. Besinne Dich wieder auf Dich selbst. Madhave von Kaerlighed.de hat das in ihrem Artikel 6 Tipps für einen gelungenen Start in den Herbst wunderbar beschrieben.

  1. Kümmere Dich um Dich selbst und Deinen Körper: lies mal wieder ganz in Ruhe ein Buch. Vielleicht hilft Dir auch etwas Yoga, um nicht einzurosten und Dich zu dehnen und zu wärmen. Meditation macht mir gerade besonders viel Freude. Da kann ich Dir als Einstieg diese App empfehlen. Dies sind alles Tätigkeiten der Selbstliebe. Wärme Dich selbst!
  2. In den kalten Monaten sollten wir alle näher zusammen rücken. Ich lade besonders jetzt sehr gern Freunde und Familie zu uns nach Hause ein. Ich backe dann gerne einen Kuchen oder koche für alle. Fülle Deine Wohnung mit Leben und nicht mit Gegenständen.

In diesem Sinne freue ich mich schon sehr auf die kalten ungemütlichen Tage, denn ich weiß zu Hause mit meiner Familie und meinen Freunden wird es so richtig behaglich.

Ich hoffe, ich habe auch Dich jetzt für die ungemütliche Jahreszeit inspiriert und gerüstet! Schreib mir in die Kommentare, ob Dir dieser Artikel gefallen hat und teile diesen Beitrag mit Deinen Freunden, um auch ihnen die Möglichkeit zu geben, sich auf Herbst und Winter einzustimmen. 🙂

Gemütliche, minimalistische und professionelle Einrichtungstipps gibt es übrigens von Nic Pinguet: hier und auf ihrem Blog.

Du hast Dich mit Minimalismus noch gar nicht so richtig auseinander gesetzt, verspürst aber auch das Bedürfnis, mal wieder so richtig zu entrümpeln, um Dich zu befreien? In meinem Buch „Minimalist.“ findest Du viele Tipps und Tricks für den Einstieg.

 

Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.