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Hallo Ihr Lieben, gestern habe ich mich dazu entschlossen, die letzten mir noch verbliebenen Zimmerpflanzen wegzugeben. In den letzten Jahren hatte ich schon die Pflanzen in unserer Wohnung stark reduziert – so dass wir nun nur noch drei größere Gummibäume und eine Palme im Wohnzimmer hatten. Die anderen Zimmer waren schon Pflanzenleer.

Ich habe also eine Anzeige in einer Share und Care-Gruppe auf Facebook aufgegeben und ratz-fatz waren die Pflanzen weg.

Auch auf unserem Balkon gibt es in diesem Jahr erstmals keine Blumenkästen, keine Balkonpflanzen – und ich finde es gut so (mein Mann übrigens auch).

Um eins klarzustellen: ich liebe Pflanzen, Blumen, Bäume, Sträucher, Blüten. Ich finde sie wunderschön und ich freue mich so sehr, dass jetzt alles so wunderbar grün draußen ist. Ich habe keinen versteckten Pflanzenhass, im Gegenteil, ich kann es nicht sehen, wenn eine Pflanze nur noch ein Schatten ihrer selbst ist, weil ich mich nicht um sie gekümmert habe…

Für viele mag es ein drastischer Schritt sein, auf Pflanzen in der Wohnung zu verzichten – in jede Wohnung gehören doch wohl Pflanzen! Aber ich möchte es Euch noch etwas genauer erklären: Wenn ich Pflanzen habe, fühle ich mich für sie verantwortlich. Ich muss sie gießen, düngen, pflegen, umtopfen. Nun bin ich aber schon mit so vielen anderen Dingen beschäftigt – die Kinder, der Haushalt, meine Arbeit und im Grunde hätte ich auch gern mal etwas Zeit für mich.

Ich habe es in all den Jahren nie geschafft, die Pflanzen regelmäßig zu gießen. Und einen grünen Daumen habe ich auch nicht gerade, eher einen schwarzen 😉 Pflanzen haben es nicht besonders gut bei mir. Der Anblick der Pflanzen hat mir jeden Tag ein schlechtes Gewissen gemacht. Genauso unsere Balkonpflanzen: wenn ich die ansah, habe ich nur Arbeit gesehen, noch eine Verpflichtung, noch etwas, das ich zu erledigen habe. Die Pflanzen haben mir keine Freude bereitet, sondern mich nur belastet.

Im Minimalismus geht es genau darum: diese kleinen fiesen Piesacker zu entfernen, die Dinge, die unseren Alltag auffressen, unsere Zeit rauben, manchmal auch versteckt, und uns die Laune vermiesen – das waren bei mir nun mal die Pflanzen. Bloß weil es der Norm entspricht, Pflanzen in der Wohnung und auf dem Balkon zu haben, muss ich es nicht auch machen.Vielmehr muss ich mir, bei allem, was ich erwerbe, sei es eine Pflanze, ein Haustier (!) oder ein Gegenstand, wie zum Beispiel ein Auto oder gar ein Haus, immer die Frage stellen, bin ich wirklich bereit, den nötigen Aufwand zu betreiben, um das Erworbene zu pflegen und zu erhalten. Im Falle der Pflanzen habe ich mich entschieden, dass ich dazu momentan nicht bereit bin.

Klar, Pflanzen bringen Leben in die Bude – aber dafür sorgen in unserem Fall schon die drei Kinder ;-). Zudem haben wir einen wunderschönen Ausblick ins Grüne. Insofern fällt mir momentan der Verzicht auf die Zimmerpflanzen nicht schwer…

Das heißt aber nicht, dass ich nie wieder eine Pflanze in meine Wohnung lasse. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich, wenn die Kinder etwas größer sind und ich wieder mehr Luft habe, auch mit einer Pflanze wieder einsteige. Bestimmt werde ich mit den Kindern ein paar Pflanzexperimente machen – sie haben zum Beispiel gerade zwei Tomatenpflanzen geschenkt bekommen. Vielleicht vermisse ich das Grün ja auch spätestens im nächsten Winter schon so sehr, dass ich mir ein Pflänzchen kaufe.

Mir ging es jetzt erst mal darum, die Arbeit, die ich mit den Pflanzen hatte, auf Null zu fahren, einen Status Quo herzustellen, von dem aus ich dann wieder anfangen kann, zu entscheiden, was funktioniert für mich (und unsere Familie) und was nicht. Das habe ich schon mal geschafft 🙂

Das heißt natürlich nicht, dass Ihr auch auf Eure Pflanzen verzichten müsst, wenn Ihr Euch für Minimalismus interessiert! Jeder entscheidet selbst, was ihn belastet und auf, was er verzichten kann, um das Leben etwas leichter zu gestalten.

Hier ist das Video zu meiner Pflanzen-Aktion.

Mein Buch zum Thema Minimalismus findet Ihr hier.

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Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.