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Hallo Ihr Lieben, heute mal ein Frauenthema 🙂 Ich bin nicht die erste, die über ihre Erfahrungen mit einer so genannten Menstruationstasse spricht, aber ich finde, es sollte sich noch weiter rumsprechen, dass es diese tolle Alternative zu Tampons gibt. Solche „Cups“ sind umweltschonender, besser für den Körper und auf lange Sicht auch schonend für den eigenen Geldbeutel.

Ich habe mir schon vor längerer Zeit eine Lunette gekauft und hatte mich schon darauf gefreut, sie auszuprobieren, aber dann kam mein drittes Kind dazwischen. Also lag die Lunette eine ganze Weile bei mir im Schrank. Nun benutze ich sie aber schon einige Monate und bin sehr zufrieden.

Wie ich auf die Idee kam, mich nach einer Alternative für Tampons umzuschauen? Vor allem aus Umweltgründen. Tampons werden gebleicht und sie sind ein Wegwerfprodukt.

Auf der Website Utopia wird der Herstellungsprozess, der Bleichprozess und die damit verbundenen Giftstoffe in den Tampons und der Umwelt näher beschrieben:

„Früher benutzte man dafür Chlor, heute wird – vor allem für die im Intimbereich verwendeten Produkte – normalerweise Sauerstoff zum Bleichen verwendet. Das Bleichen selbst ist extrem wasser- und energieaufwendig, dient aber dazu die Saugfähigkeit des Zellstoffs zu verbessern und Keime abzutöten. Konventionelle Binden und Tampons werden durch den Einsatz von optischen Aufhellern, die als sehr umweltschädlich gelten, noch einmal extra geweißelt. Ein Vorgang, der nur optischen Ansprüchen dient, aber keine Auswirkung auf den Kernnutzen des Produkts hat – sondern im Gegenteil einen weiteren chemischen Behandlungsprozess hinzufügt.

Ein konventioneller Tampon besteht vor allem aus industriell hergestellter Viskosewatte (Rayon), einem natürlichen Kunststoff, der aus Zellulose industriell hergestellt und gewöhnlich chlorgebleicht wird. Dabei werden Dioxine freigesetzt, die als cancerogen gelten und die Umwelt belasten. Tampons aus 100 Prozent reiner Baumwolle werden nur von ökologisch orientierten Herstellern angeboten. Der verbleibende Baumwollanteil in konventionellen Tampons und Binden, stammt jedoch aus nicht biologischem Anbau. Das heißt, er wurde mittels massivem Einsatz von Pestiziden und Insektiziden erzeugt und kann aus genmanipulierter Saat stammen. Gifte, die durch den Bleichprozess zwar aus den Baumwollfasern ausgewaschen werden, doch der Gedanke an eventuelle Rückstände ist nicht beruhigend. So waren laut „Öko-Test“ in verschiedenen Tamponmarken Chemikalien wie das als krebserregend geltende Formaldehyd und andere halogenorganische Verbindungen nachweisbar, die laut Herstellern Rückstände des Bleichprozesses sind.“

Klingt nicht so toll, oder? Vor allem, wenn man bedenkt, dass oft winzige Faserreste von Tampons in der Scheide verbleiben. Und auch so fühlen sich Tampons nicht immer so gut an: sie trocknen die Scheidenwände aus (insbesondere an den so genannten leichteren Tagen) und die Geruchsentwicklung ist auch nicht so schniecke. Ich dachte immer, dass es das Menstruationsblut an sich ist, welches naja eben müffelt – aber seit ich eine „Cup“ benutze, ist mir klar, dass ich mich geirrt habe: das sind vermutlich die Bakterienkulturen, die sich da fröhlich im Tampon bilden, die zur Geruchsentwicklung beitragen.

Jedenfalls musste eine Alternative her und diese Menstruationstassen – was für ein bescheuertes Wort – fand ich gleich toll. Es gibt sie von verschiedenen Herstellern. Ich habe mich für die Lunette von einem finnischen Hersteller entschieden, weil sie aus einem medizinischem Silikon besteht. Aber wie ich so gehört habe, sind andere Anbieter nicht unbedingt schlechter.

Wie war es nun, das erste Mal mit der Lunette? Es war schon ungewohnt, die Lunette zu benutzen. Man muss die Cup nämlich zusammenfalten beim Einführen und dann springt sie auf und bleibt mittels Unterdruck in der Scheide. Sie muss aber nicht so tief sitzen wie ein Tampon. Im Grunde ist es wie mit dem ersten Tampon – erstmal komisch, aber eigentlich nur eine Übungssache. Heute klappt das Einführen und Entnehmen ganz entspannt 🙂

Was so toll ist an solch einer Cup? Du kannst die bis zu 12 Stunden tragen und sie ist, wenn richtig getragen, auslaufsicher. Wie bei einem Tampon spürst Du nichts.

Manch eine Frau, der ich davon erzählt habe, sah mich erstmal angeekelt an. Von wegen: dann muss man ja das Blut auskippen und die Tasse wiederverwenden. Aber man kann die Cup einfach ausspülen, weil sie aus einem ganz glatten Material besteht, an dem nichts haften bleibt, und dann kann man sie natürlich auch auskochen. Das mache ich immer zum Ende der Periode. Im Grunde ist eine Cup viel hygienischer als ein Tampon!

Es gibt auch spezielle Reinigungstücher zum Auswischen, falls Ihr die Cup mal auf einer öffentlichen Toilette entleeren müsst. Mir ist das aber in den ganzen Monaten seit ich die Cup benutze nicht einmal passiert. Wie gesagt, man kann die Cup bis zu 12 Stunden tragen. Deshalb kann ich, bevor ich ausgehe oder einen Tagesausflug mache, die Cup einfach auswaschen, frisch einsetzen und dann bin ich für den weiteren Tag sicher.

Ich muss mir viel weniger Gedanken um meine Tage machen – nicht immer überlegen, ob ich noch genug Tampons zu Hause (und dabei) habe für den Fall der Fälle. Die Lunette trage ich in einem kleinen Täschchen zusammen mit den Reinigungstüchern immer bei mir. Ein hübsches Aufbewahrungssäckchen und ein paar Reinigungstücher gab es beim Kauf dazu.

Dieses Anleitungsvideo von Lunette ist echt gut: Schaut es Euch mal an. Hier werden viele Fragen die aufkommen beantwortet.

Ich persönlich bin wirklich zufrieden mit meiner Lunette und vermisse Tampons überhaupt nicht 🙂 Ich werde sie auf jeden Fall meinen Töchtern, wenn sie mal soweit sind, wärmstens empfehlen.

Wie sind Eure Erfahrungen? Benutzt Ihr auch eine Menstruationstasse? Seid Ihr damit zufrieden? Oder könnt Ihr Euch eine Alternative zu Tampons gar nicht vorstellen? Schreibt Eure Meinung doch bitte in die Kommentare.

Und wenn Euch dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich immer, wenn Ihr ihn mit Euren Freunden teilt 🙂

Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.