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Hallo Ihr Lieben, ich kann leider nicht immer in unserem Bio-Laden einkaufen, sondern bin auch öfter mal in Supermärkten unterwegs und was mich wirklich nervt, ist die ganze Plaste, die um das Gemüse, Obst etc. drum ist.

Klar, der einfachste Weg, das zu boykottieren, wäre, nicht mehr in diesen Läden einzukaufen, aber aus finanziellen Gründen ist es uns derzeit nicht möglich, eine fünfköpfige Familie nur mit Produkten aus dem Bioladen zu versorgen.

Grundsätzlich geht es ja auch darum, wie kann ich den Supermarkt dazu bekommen, endlich nicht mehr so viel Plastik zu verwenden? Und ich denke, die Lösung ist relativ klar – ich lasse die Plaste einfach dort.

Es ist doch auch eine Frechheit, dass wir Verbraucher am Ende mit den ganzen Bergen an Müll umgehen müssen und nicht diejenigen, die den Müll in erster Linie produziert haben. Ich möchte keine Plastik um mein Obst und Gemüse! Dann sollen die sich einfach mal was anderes Praktikables einfallen lassen – es gibt doch auch diese Pappverpackungen, zum Beispiel für die Erdbeeren, kompostierebare Verpackungen wären doch super…

Wir Deutschen produzieren extrem viel Müll (wir sind aktuell in Europa unter den Top5-Müllproduzenten!) und ich bin sicher, die meisten Verbraucher möchten das gar nicht, kriegen ja aber vom Supermarkt das ganze Zeug quasi aufgedrückt.

Das Beste ist: der Gesetzgeber erlaubt, dass wir die Verpackungen gleich im Supermarkt lassen. Der Supermarkt ist verpflichtet, entsprechende Behälter für den Müll aufzustellen. Die habt Ihr mit Sicherheit auch schon bemerkt: Pappe, Papier, Plastik und Restmüll.

Ich zitiere hier mal aus der Verpackungsverordnung:

§ 5
Rücknahmepflichten für Umverpackungen
(1) Vertreiber, die Waren in Umverpackungen anbieten, sind verpflichtet, bei der Abgabe der Waren an
Endverbraucher die Umverpackungen zu entfernen oder dem Endverbraucher in der Verkaufsstelle oder auf
dem zur Verkaufsstelle gehörenden Gelände Gelegenheit zum Entfernen und zur unentgeltlichen Rückgabe
der Umverpackung zu geben. Dies gilt nicht, wenn der Endverbraucher die Übergabe der Waren in der
Umverpackung verlangt; in diesem Fall gelten die Vorschriften über die Rücknahme von Verkaufsverpackungen
entsprechend.
(2) Soweit der Vertreiber die Umverpackung nicht selbst entfernt, muß er an der Kasse durch deutlich
erkennbare und lesbare Schrifttafeln darauf hinweisen, daß der Endverbraucher in der Verkaufsstelle oder auf
dem zur Verkaufsstelle gehörenden Gelände die Möglichkeit hat, die Umverpackungen von der erworbenen Ware
zu entfernen und zurückzulassen.
(3) Der Vertreiber ist verpflichtet, in der Verkaufsstelle oder auf dem zur Verkaufsstelle gehörenden Gelände
geeignete Sammelgefäße zur Aufnahme der Umverpackungen für den Endverbraucher gut sichtbar und
gut zugänglich bereitzustellen. Dabei ist eine Getrennthaltung einzelner Wertstoffgruppen sicherzustellen,
soweit dies ohne Kennzeichnung möglich ist. Der Vertreiber ist verpflichtet, Umverpackungen einer erneuten
Verwendung oder einer stofflichen Verwertung zuzuführen. § 4 Abs. 2 gilt entsprechend.

Das heißt ganz eindeutig, wir brauchen den ganzen Verpackungsmüll nicht bis nach Hause tragen, um ihn dann selbst zu entsorgen, sondern die Läden müssen die Verpackungen zurücknehmen. Wir nutzen das nur noch viel zu wenig. Die meisten von uns wollen doch etwas gegen die Müll- und Verpackungsschwemme tun. Also gewöhnen wir uns einfach an, das Zeug gleich dort zu lassen.

Natürlich ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn ich allein die Verpackungen im Supermarkt lasse, aber wenn wir das alle machen, was glaubt Ihr, wie schnell die Märkte einen Riesenproblem kriegen? Die werden das dann ganz schnell an ihre Zulieferer weitergeben, mit der Bitte um eine Lösung für das Verpackungsproblem.

Also, seid Ihr dabei? Schnappt Euch am besten für den Einkauf ein paar Stoffbeutel, in die Ihr dann das lose Obst und Gemüse einfüllen könnt. Wenn Ihr solche Sachen wie Beeren oder Nüsse nicht in einem großen Beutel rumfliegen lassen wollt, solltet Ihr Euch eventuell solche wiederverwendbaren Beutel für Obst zulegen oder einfach immer ein paar der sonst üblichen Papiertüten dabei haben. Andere Gefäße täten es natürlich auch.

Kauft wie immer ein, geht nach der Kasse an die Behälter, die für Müll im Supermarkt bereit stehen müssen und entpackt alles, was nur geht. Mir macht das mittlerweile richtig Spaß, vor allem weil ich daran denke, wie viele Müllbeutel und Wege zur Mülltonne ich allein dadurch schon wieder sparen kann 🙂

PS: Das Ganze gilt übrigens nicht nur für Produkte aus dem Supermarkt. Stellt Euch mal vor, wie viel nachhaltiger Unternehmen produzieren würden, wenn sie ihre Handys, Computer, Drucker, Autos, Plastespielzeug – keine Ahnung, was es noch so gibt – wenn sie alles, nachdem es nicht mehr brauchbar ist, zurücknehmen und selbst entsorgen müssten? Irgendjemand eine Idee, wie wir als Verbraucher die Unternehmen dazu „zwingen“ können?

Ich freu mich über Eure Ideen und Kommentare. Wenn Ihr die Aktion gut findet und mitmachen wollt, teilt bitte den Artikel mit Euren Freunden 🙂

 

Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.