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Ich habe wiederholt gelesen und gehört, dass erfolgreiche Menschen eine gute morgendliche Routine entwickelt haben (zum Beispiel bei Tim Ferriss). Das bezieht sich nicht auf die Aktivitäten im Bad oder beim Frühstück, sondern darauf, dass diese Leute ihren Tag starten, indem sie in aller Ruhe etwas für sich tun, bevor sie sich der Außenwelt widmen.

Nun ist das bei mir mit der morgendlichen Routine nicht so einfach, denn die ist stark abhängig von der Tatsache, dass ich drei Kinder befrühstückt und ordentlich angezogen aus dem Haus kriegen muss. (Mein Mann kann das zum Glück schon alleine 🙂

Jetzt hatte ich eine neue Idee (eigentlich eine häufige Empfehlung). Wie wäre es, wenn ich einfach mal (noch) eher aufstehe? Stell Dir vor, Du hast die wichtigsten Ziele des Tages schon erreicht, bevor die Kinder aus dem Haus sind?

Wenn ich morgens etwa eine Stunde Zeit für mich brauche, heißt es, dass ich um fünf Uhr aufstehen muss. Dann hätte ich genug Zeit, das Frühstück vorzubereiten, Brote für die Schule zu machen, aufzuräumen und die Sachen für die Kinder zurechtzulegen und trotzdem genug Freiraum für mich bis ich die Kinder wecken muss.

Aber wie nutze ich dann die Stunde, die mir zur Verfügung steht? Was bedeutet denn eine morgendliche Routine?

Marie Forleo beispielsweise meditiert, nimmt sich Zeit für ihren Mann und ihren Hund, trinkt einen grünen Saft und macht etwas Sport.

Was würde ich am liebsten tun? Ich würde aufstehen, in Ruhe (das ist schon Luxus!) Zähne putzen etc., ich könnte ein paar Übungen mit dem Springseil machen und endlich wieder mit dem Meditieren anfangen (5 Minuten am Tag reichen für den Anfang). Ich könnte ganz langsam meinen morgendlichen Liter Wasser trinken und meinen Frühstückssmoothie ansetzen, eine To-Do-Liste schreiben und die Sache, die ganz oben auf der Liste steht, schon erledigt haben, bevor die Kinder aufwachen… Ha, ha, ha! Wäre das nicht ein Traum?

Warum ich bei meiner morgendlichen Routine auch ans Arbeiten denke? Ich tendiere morgens dazu ungeduldig zu werden, wenn die Kinder nicht schnell genug aus dem Haus kommen, weil ich in Gedanken schon dabei bin, was ich alles noch erledigen möchte. Wenn ich allerdings schon gearbeitet habe, kann ich viel entspannter den Tag zusammen mit den Kindern beginnen und ganz nebenbei ist der frühe Morgen die beste Zeit zum Schreiben – der Kopf ist klar und die Kreativität läuft auf Hochtouren…

Ein paar Mal habe ich das schon getan, um fünf aufstehen, und es fühlt sich tatsächlich sehr gut an. Ich starte gut gelaunt in den Tag. Der Haken: ich muss abends eher ins Bett! Das fällt mir nicht immer leicht, weil ich die Zeit genieße, wenn die Kinder im Bett liegen und wir Erwachsenen mal Ruhe haben – kinderfreie Zeit mit meinem Mann möchte ich ja auch noch verbringen…

Deshalb habe ich für meine morgendliche Routine, die abendliche Routine abgeändert. Clever was? Ich sorge jetzt dafür, dass die Kinder spätestens 20 Uhr in der Kiste liegen. Dann habe ich immer noch eine Stunde zum Entspannen und kann dann noch gemütliche acht Stunden schlafen. 🙂 Ich gebe es zu, das klappt nicht immer und besonders das Aufstehen fällt mir schwer. Aber ich werde dieses Konzept auf jeden Fall weiter ausbauen, auch wenn ich ab und zu mit meinem inneren Schweinehund zu kämpfen habe.

Ich bin sicher, der Schlüssel ist in diesem Fall die Konsistenz: jeden Morgen (und Abend) die gleichen Abläufe. Dann wird es mir auch nicht mehr schwer fallen, morgens aus dem Bett zu kommen – das bedeutet natürlich, dass ich auch am Wochenende zeitig aufstehen muss (Horror!), aber ist es das nicht sogar wert? Soooo viel Zeit und Ruhe für mich und meine (angestaute) Kreativität?

Wie sieht Eure morgendliche Routine aus? Habt Ihr überhaupt eine?

PS: Wenn Ihr glaubt, dass fünf Uhr morgens aufstehen zu zeitig ist, dann seht Euch die morgendliche Routine dieser Menschen an: Dalai Lama, Robert Iger (Disney CEO) oder Jack Lalanne (ehemaliger Fitnessguru) 

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Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.