Mein eBook „Minimalist“ hat eigentlich bisher ziemlich gute Bewertungen auf Amazon erhalten, aber jetzt ist es passiert: ich habe an zwei Tagen hintereinander eine 1-Sterne-Bewertung bekommen. Das entspricht etwa Null Punkten oder sowas wie „Sechs setzen!“.

Ehrlich gesagt, wusste ich, dass so etwas mal kommen würde. Nicht, weil mein Buch schlecht ist, sondern, weil es jedem Autor passiert – selbst einem Literaturnobelpreisträger. Es wird immer Leute geben, die mit Deinem Buch nichts anfangen können.

Natürlich war ich trotzdem getroffen und musste erstmal schlucken. Kritik geht normalerweise auch tiefer als Lob. So sind wir einfach gestrickt.

Hier mal die etwas ausführlichere schlechte Bewertung, die ich erhalten habe:

Keine Empfehlung. Das Ebook besteht aus einigen zusammenhanglosen Vorschlägen, wie zum Beispiel dem mehrfachen Hinweis, dass man kaputte Dinge wegwerfen kann. Ein ausgefüllten Sexualleben ist auch ohne Bett auf dem Fußboden möglich und ohne Bett spart man Platz. Am besten Verzicht auf alle tierischen Lebensmittel- ich glaube allerdings nicht recht, dass die Autorin vegan lebt. Auch so mancher anderer Tipp wurde vermutlich von der Autorin nie selbst getestet. Schade, dass man einen solchen Titel missbraucht, um dann vorzuschlagen, man soll kaputtes entsorgen und Winterkleidung im Sommer separat lagern.

Ich habe versucht, konstruktiv mit dieser Kritik umzugehen. Wie, erkläre ich Euch hier:

1. Ich las mir die Kritik in Ruhe durch und versuchte sie nachzuvollziehen – vielleicht kann ich ja etwas davon annehmen.

2. Ich ging offensiv mit der Kritik um. Ich habe es erstmal ein paar Tage sacken lassen, um nicht mehr so emotional darauf zu reagieren, und habe dann meinen Kritikern eine nette Antwort geschrieben. Mich bei Ihnen für die Mühe bedankt und sie auf meinen Blog eingeladen.

Liebe Nadine, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, eine Kritik zu meinem Buch zu schreiben. Schade, dass es Dir nicht gefallen hat. Ich habe dieses Buch geschrieben, um zu zeigen, welche Möglichkeiten der Minimalismus eröffnet. Wahrscheinlich waren nicht die richtigen Tipps für Dich dabei. Dennoch möchte ich Dich einladen, mal auf meinem Blog vorbei zu schauen: www.sina-jasur.de. Dort berichte ich über alles, was mich bewegt: Minimalismus, Familie, Ernährung etc. Vielleicht kommen wir ja dort auf einen Nenner :-). Liebe Grüße! Sina

3. Klar, hätte ich auch ausführlich darlegen können, dass viele Kritikpunkte der Leserin so nicht stimmen: Struktur des Buches, dass ich tatsächlich vegan lebe… aber das habe ich bewusst nicht gemacht. Hier geht es nicht darum, sich zu verteidigen oder den Kritiker in schlechtem Licht darzustellen. Wir sind halt einfach nicht auf einer Wellenlänge. Das passiert. Und die Leser werden das auch einzuschätzen wissen.

4. Was ich aus der Kritik mitnehme? Dass mein Buchtitel vielleicht auch Leute anzieht, die andere Vorstellungen haben: beim Faktor Geld zum Beispiel.

5. Ich habe jetzt bei Lovelybooks.de eine Leserunde gestartet. Das heißt, ich gebe zehn Lesern die Möglichkeit, mein Buch kostenlos zu lesen, wenn sie dafür mein Buch auf Amazon ehrlich bewerten. Ich bin überzeugt von meinem Buch und denke, dass aus dieser Aktion weitere positive Bewertungen resultieren, so dass ich meinen Sterne-Schnitt bei Amazon wieder etwas verbessern kann.

Meine Verkaufszahlen haben übrigens für ein paar Tage tatsächlich einen Dämpfer erlitten. Als ich aber auf meine Kritiker geantwortet habe, sind sie wieder gestiegen. Ob das tatsächlich im Zusammenhang stand, oder ob die Vorweihnachtszeit mit den zahlreichen Weihnachtsfeiern hier eine Rolle spielte, kann ich nicht sagen :-).

Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.