Hallo Ihr Lieben, wisst Ihr eigentlich wofür Ihr so Geld ausgebt? Habt Ihr einen Überblick über Eure Finanzen? Also bei uns in der Familie lief das bisher immer Folgendermaßen: ich habe Geld abgehoben, sobald es alle war, meistens mit Karte gezahlt und einmal im halben Jahr auf mein Konto gesehen, ob noch was drauf ist… ab und zu ein paar Rechnungen bezahlt. Naja und das war es dann auch schon.

Wir haben einen Finanzberater und diverse Versicherungen, Riester und solche spannenden Dinge, aber damit beschäftigt habe ich mich immer nur einmal im Jahr – zur Steuererklärung. Und dann musste ich mir jedesmal neu zusammen reimen, welches Geld ich eigentlich für welche Versicherung bezahle.
Aber jetzt, wo ich vom Angestelltendasein zur Selbständigkeit wechsle, habe ich entdeckt: es macht tatsächlich Sinn, über seine Finanzen Bescheid zu wissen:
Zum Einen, weil ich keine Ahnung habe, wie viel Geld ich verdienen sollte, damit wir gut über die Runden kommen und vielleicht noch was zur Seite legen können. Zum Anderen weil ich manchmal gedacht habe, wir stehen finanziell super da und manchmal hatte ich Panik, dass wir bald verhungern… Einfach, weil ich keine Ahnung von unserer tatsächlichen finanziellen Situation hatte. Offensichtlich hatten wir bisher genug Geld, dass wir uns nicht großartig darum kümmern mussten. Aber höchstwahrscheinlich haben wir dadurch auch relativ viel Geld verschwendet. Und wer Geld verschwendet, verschwendet Ressourcen…
Ich habe jedenfalls gemerkt, dass das mit dem Geld gar kein so trockenes, langweiliges Thema ist: es macht mir Spaß! Kaum zu glauben. 
Ich möchte die Kontrolle über meine Finanzen zurückerhalten. 
Wenn es Dir auch so geht, kannst Du ja mitmachen. Ich habe Folgendes vor:
  1. Ich bin heute unsere Kontoauszüge des Jahres 2014 durchgegangen und habe in einer einfachen Tabellenkalkulation mal alle unsere Ausgaben aufgeschlüsselt… und unseren Einnahmen gegenübergestellt. Sehr interessant!
  2. Ich habe gleich ein paar sinnlose Verträge gekündigt: Zeitschriften, Fitnessstudio etc.
  3. Ich erstelle mir auf Basis der Einnahmen-Ausgaben-Tabelle ein monatliches Budget, das sich folgendermaßen zusammen setzt: 60% der Nettoeinnahmen für feste monatliche Kosten (Miete, Telefon, Versicherungen, Auto, Kita, Schule etc.), 10% Rente (Riester, etc.), 10% langfristiges Sparen, 10% kurzfristiges Sparen (für Notfälle) und 10% zum Verprassen.
  4. Ab heute werde ich meine Ausgaben genau nachvollziehen – ich werde jede Ausgabe, die ich an der Supermarktkasse oder beim Bäcker tätige gleich auf meinem Handy notieren (und später in meine Tabelle übertragen). Ich möchte keinen Müll produzieren, deshalb verzichte ich auf die Kassenzettel…
  5. Kennt Ihr schon den Umschlag-Trick? Den habe ich von Leo Babauta (Zen Habits): Du hebst am Anfang des Monats das Geld für bestimmte Kategorien wie Lebensmittel, Benzin (falls Du ein Auto hast), Alltagseinkäufe (Drogerie, Geschenke, zähle ich dazu) ab und packst es in einen jeweils gekennzeichneten Umschlag. So hast Du direkte Kontrolle über Deine Ausgaben. Das mache ich auch ab jetzt, also, wenn ich das nächste Mal zum Bankautomaten komme :-).
  6. Um das Umschlagsystem anwenden zu können, werde ich nicht mehr mit Karte zahlen. So behalte ich auch besser den Überblick über meine Ausgaben.
  7. Ich werde einmal in der Woche alle Ausgaben (bar, Rechnungen und Online-Käufe) in meine Tabelle eintragen und kontrollieren, wie wir finanziell dastehen.
Mein Ziel ist es, bis zum Ende des nächsten Jahres den genauen Überblick über unsere Familienfinanzen zu haben und auch ein Gefühl dafür, wie viel wir zum Beispiel monatlich für Lebensmittel und alltägliche Ausgaben einplanen müssen… 
Wie geht es Euch mit dem Thema Geld? Lasst Ihr es einfach laufen, Hauptsache es kommt jeden Monat was rein (so wie ich es immer getan habe)? Oder seid Ihr Sparfüchse und passt penibel auf, wo Euer Geld hinfließt?

Photo credit: Taxcredit via flickr, Lizenz: CC

Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.