Hallo Ihr Lieben, ich bin gerade dabei, mich selbständig zu machen. Ich habe manchmal Panikattacken, weil ich denke: Das schaffst Du nie! Du wirst niemals selbständig Geld verdienen! Du brauchst einen regulären Job!

Steve Pavlina

Dann erinnere ich mich gern daran, warum ich diesen Weg überhaupt eingeschlagen habe. Einen großen Aha-Moment hatte ich damals als ich Steve Pavlinas Blog gelesen habe, insbesondere seinen Artikel mit dem schönen Titel „10 Gründe, warum Du Dir niemals einen Job suchen solltest“ (10 Reasons You Should Never Get A Job). 

Steve stellt es jedem frei, seine Inhalte zu verwenden, deshalb habe ich mir erlaubt, diesen Artikel für Euch zu übersetzen :-). Seine Worte sind teilweise harter Tobak. Deshalb stelle ich hier zunächst die ersten fünf Gründe ein. Die könnt Ihr ein paar Tage sacken lassen und in Kürze gibt es die anderen fünf. Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken!

Steve Pavlina: 10 Gründe, warum Du Dir niemals einen Job suchen solltest

Es ist schon komisch: Wenn die Leute ein bestimmtes Alter erreichen, wie zum Beispiel nach dem College-Abschluss, nehmen sie an, dass es Zeit ist, loszuziehen und sich einen Job zu suchen. Aber wie bei vielen Dingen, die die Masse tut, gilt, nur weil es jeder macht, bedeutet es nicht, dass es eine gute Idee ist. In der Tat, wenn Du einigermaßen intelligent bist, ist das Schlimmste, was Du für Dich tun kannst, Dir einen Job zu suchen. Es gibt viel bessere Möglichkeiten, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, als sich selbst in die Knechtschaft zu verkaufen.

Hier sind einige Gründe, warum Du alles in Deiner Macht stehende tun solltest, um eine Arbeit zu vermeiden:

1. Einkommen für Dumme

Eine Arbeit anzunehmen und Deine Zeit für Geld einzutauschen, mag wie eine gute Idee erscheinen. Es gibt nur ein Problem damit. Es ist dumm! Es ist möglicherweise die dümmste Art und Weise, sein Einkommen zu generieren. Es ist wirklich Einkommen für Dumme.
Warum ist es so dumm, einen Job anzunehmen? Weil Du nur bezahlt wirst, wenn Du gerade arbeitest. Siehst Du darin kein Problem? Oder wurdest Du einer Gehirnwäsche unterzogen, das Du glaubst, es ist vernünftig und intelligent nur Geld zu verdienen, wenn Du auch arbeitest? Hast Du niemals darüber nachgedacht, dass es besser sein könnte, Geld zu verdienen, wenn Du nicht arbeitest? Wer hat Dir beigebracht, dass Du nur Geld verdienen kannst, wenn Du auch arbeitest? Ein anderer gehirngewaschener Angestellter vielleicht?
Glaubst Du nicht, dass Dein Leben viel einfacher wäre, wenn Du bezahlt würdest, während Du gerade isst, schläfst oder auch mit Deinen Kindern spielst? Warum nicht 24 Stunden 7 Tage in der Woche bezahlt werden? Werde bezahlt, ob Du arbeitest oder nicht. Wachsen Deine Pflanzen nicht auch, wenn Du Dich ihnen nicht zuwendest? Warum nicht auch Dein Bankkonto?
Wen interessiert es, wie lange Du arbeitest? Nur eine Handvoll Leute auf diesem ganzen Planeten interessiert es, wie lange Du im Büro bist. Die meisten von uns würden nicht einmal mitbekommen, ob Du 6 Stunden in der Woche arbeitest oder 60. Aber wenn Du etwas von Wert bieten kannst, das für uns wichtig ist, dann ist eine Reihe von uns bereit, die Portemonnaies zu zücken und dafür zu zahlen. Deine Zeit ist uns egal – es kümmert uns gerade genug, um für den Wert zu bezahlen, den wir erhalten. Interessiert es Dich wirklich, wie lange ich gebraucht habe, um diesen Artikel zu schreiben? Würdest Du mir doppelt so viel zahlen, wenn ich sechs statt nur drei Stunden dafür gebraucht hätte?
Nicht-Dumme beginnen meist auf dem traditionellen Einkommensweg für Dumme. Also fühl‘ Dich nicht schlecht, wenn Du gerade jetzt erkennst, dass Du über den Tisch gezogen worden bist. Nicht-Dumme erkennen irgendwann, dass Zeit gegen Geld zu tauschen wirklich sehr dumm ist und, dass es da einen besseren Weg geben muss. Und natürlich gibt es einen besseren Weg. Der Schlüssel ist, den Wert von der Zeit zu entkoppeln.
Intelligente Menschen bauen Systeme, die Einkommen 24 Stunden, 7 Tage die Woche erzeugen, vor allem passives Einkommen. Dazu kann auch die Gründung eines Unternehmens zählen, der Aufbau einer Website, Du könntest ein Investor werden, oder Einnahmen aus Tantiemen Deiner kreativen Arbeit erzeugen. Das System liefert laufenden Nutzen für Menschen und generiert daraus Erträge, und sobald es in Bewegung ist, läuft es ständig, ob Du Dich darum kümmerst oder nicht. Ab diesem Moment kannst Du den Hauptteil Deiner Zeit dafür investieren, Dein Einkommen zu erhöhen (indem Du Dein System verbesserst oder neue kreierst), statt Dein Einkommen einfach nur zu erhalten.
Diese Website ist ein Beispiel für solch ein System. Während ich das schreibe, generiert diese Website etwa 9.000 $ im Monat an Einkommen für mich (Update: 40.000 $ im Monat seit 31.10.2006), und es ist nicht meine einzige Einnahmequelle. Ich schreiben jeden Artikel nur einmal (fixe Zeitinvestition), und die Leute können daraus Jahr für Jahr Nutzen ziehen. Der Webserver liefert den Nutzen, und andere Systeme (die meisten davon habe ich nicht einmal aufgebaut, geschweige denn verstehe ich sie), sammeln Einkommen und deponieren es automatisch auf meinem Bankkonto. Es ist nicht perfekt passiv, aber ich liebe das Schreiben und würde es auch kostenlos tun. Aber natürlich kostete es mich eine Menge Geld, dieses Geschäft zu starten, oder? Ähm, ja 9$  ist eine ganze Menge in diesen Tagen (um den Domain-Namen zu registrieren). Alles danach war Gewinn.
Sicher, es dauert einige Zeit und Mühe im Voraus, ein eigenes Einkommen-generierendes System zu entwerfen und zu realisieren. Aber Du musst nicht das Rad neu erfinden – nutze einfach vorhandene Systeme wie Werbenetzwerke und Affiliate-Programme. Sobald es läuft, wirst Du nicht mehr so viele Stunden arbeiten müssen, um Dich zu unterstützen. Wäre es nicht schön zu wissen, wenn Du beim Abendessen mit Deinem Partner sitzt, dass du während des Essens Geld verdienst? Wenn Du lange arbeiten willst, weil es Dir Spaß macht – tu es! Wenn Du herumsitzen willst und nichts tun, kein Problem. Solange Dein System weiter Nutzen für Andere schafft, wirst Du weiter bezahlt, ob Du arbeitest oder nicht.
Dein örtlicher Buchladen ist voll mit Büchern mit praktischen Systemen, die andere bereits entwickelt, getestet und auf Fehler geprüft haben. Niemand wird mit dem Wissen geboren, wie man ein Unternehmen startet oder Kapitalerträge generiert, aber Du kannst es leicht lernen. Wie lange es dauert, um es herauszubekommen ist irrelevant, weil die Zeit sowieso verstreichen wird. Du könntest genausogut etwas später Eigentümer eines Einkommen generierenden Systems werden, statt lebenslang ein Lohnsklave zu sein. Es ist nicht alles oder nichts. Selbst wenn Dein System nur ein paar hundert Dollar im Monat generiert, ist es ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung.

2. Begrenzte Erfahrung

Man könnte denken, es ist wichtig, sich einen Job zu suchen, um Erfahrungen zu sammeln. Aber das ist so wie: Du solltest Golf spielen, um Erfahrung in Golf spielen zu bekommen. Du erhältst Erfahrungen durch das Leben, egal, ob Du eine Arbeit hast oder nicht. Die Arbeit gibt Dir nur Erfahrung in diesem Job, aber Du sammelst Erfahrungen, mit fast allem, was Du tust. Das ist überhaupt kein Vorteil. Sitz für ein paar Jahre herum und mache nichts und Du kannst Dich einen erfahrenen Meditierenden, Philosophen oder Politiker nennen.
Das Problem mit der Erfahrung durch einen Job ist, dass Du letzendlich die selbe begrenzte Erfahrung nur immer wiederholst. Du lernst am Anfang eine Menge und dann stagniert es. Das zwingt Dich dazu, andere Erfahrungen, die viel wertvoller wären, zu verpassen. Und wenn Dein begrenztes Fähigkeitenset jemals obsolet wird, sind Deine Erfahrungen keinen Penny mehr wert. In der Tat, frag Dich selbst, was die Erfahrungen, die Du jetzt sammelst in 20-30 Jahren wert sein werden. Wird es Deinen Job dann überhaupt noch geben?
Überleg Dir Folgendes: Welche Erfahrungen würdest Du lieber sammeln? Das Wissen darüber, wie Du einen spezifischen Job gut machst – einen, den Du nur zu Geld machen kannst, in dem Du Deine Zeit für Geld tauschst – oder das Wissen, wie Du finanzielle Fülle für den Rest Deines Lebens genießt, ohne jemals wieder einen Job zu machen? Nun weiß ich nicht, wie es Dir geht, aber ich hätte lieber die letztere Erfahrung. Das scheint viel sinnvoller in der realen Welt, meinst Du nicht?

3. Lebenslang gezähmt

Eine Arbeit anzunehmen, ist wie das Einschreiben in ein menschliches Domestikationsprogramm. Du lernst, wie man ein gutes Haustier wird.
Schau Dich um. Sieh richtig hin. Was siehst Du? Ist das die Umgebung eines freien Menschen. Oder lebst Du in einem Käfig für unbewusste Tiere? Hast Du Dich in die Farbe Beige verliebt?
Wie läuft Dein Gehorsamkeitstraining? Belohnt Dein Meister Dein gutes Verhalten? Wirst Du diszipliniert, wenn Du Dich nicht dem Willen Deines Meisters beugst?
Ist da noch ein Funke Deines freien Willens in Dir? Oder hat Deine Konditionierung Dich in ein Haustier fürs Leben verwandelt?
Menschen sind nicht dafür gemacht, in Käfigen gehalten zu werden. Du armes Ding…

4. Zu viele Mäuler zu stopfen

Das Gehalt eines Angestellten ist am höchsten besteuert. In den USA kannst Du davon ausgehen, dass etwa die Hälfte Deines Gehalts für Steuern drauf geht. Das Steuersystem ist so angelegt, dass es verbirgt, wie viel Du wirklich aufgibst, denn einige der Steuern werden von Deinem Arbeitgeber gezahlt, und einige werden von Deinem Gehalt abgezogen. Aber Du kannst darauf wetten, dass aus Sicht Deines Arbeitgebers, alle diese Steuern, als Teil Deines Gehalts betrachtet werden, genauso wie jede andere Vergütung, die Du erhältst, wie besondere Leistungen. Sogar die Miete für den Büroplatz, den Du einnimmst, wird berücksichtigt. Also musst Du umso mehr Werte generieren, um das abzudecken. Du magst Dich von Deinem Unternehmen unterstützt fühlen, aber vergiss nicht, dass Du derjenige bist, der dafür bezahlt.
Ein anderer Teil Deines Einkommens geht an Eigentümer und Investoren. Da sind viele Mäuler zu stopfen.
Es ist nicht schwer zu verstehen, warum Angestellte, die meisten Steuern im Verhältnis zu ihrem Einkommen zahlen.Wer hat letztendlich mehr Einfluss auf das Steuersystem? Unternehmer und Investoren oder Angestellte?
Du bekommst nur einen Bruchteil dessen bezahlt, was Du tatsächlich an Wert generierst. Dein wahres Gehalt könnte mehr als das dreifache dessen sein, was Du bezahlt bekommst, aber das meiste dieses Geldes wirst Du niemals zu sehen bekommen. Es geht direkt in die Taschen anderer Leute.
Was für ein großzügiger Mensch du bist!

5. Viel zu riskant.

Viele Angestellte glauben, eine Arbeit zu haben, ist der sicherste Weg, um sich selbst zu versorgen.
Idioten.
Die gesellschaftliche Konditionierung ist unglaublich. Sie ist so gut, dass sie die Leute sogar das exakte Gegenteil der Wahrheit glauben macht.
Klingt es wie eine sichere Lage für Dich, wenn Du Dich in eine Situation begibst, wo Dich jemand all Deines Einkommens berauben kann, indem er nur drei Worte sagt („Du bist gefeuert“). Ist es tatsächlich sicher, wenn Du nur eine Einkommensquelle hast, statt zehn?
Der Gedanke, dass ein Job der sicherste Weg ist, Einkommen zu generieren, ist einfach nur dumm. Du kannst keine Sicherheit haben, wenn Du keine Kontrolle hast, und Angestellte haben die geringste Kontrolle von allen. Wenn Du ein Angestellter bist, sollte Dein richtiger Jobtitel professioneller Glücksspieler lauten.
Hier geht es zum Teil 2 des Artikels.

Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.