Habt Ihr auch so unendlich viele Ideen und Projekte, die Euch im Kopf rumschwirren und für die Ihr scheinbar nie Zeit habt?
Ich habe so oft dieses unbefriedigende Gefühl, dass ich durch den Tag hetze, aber trotzdem nichts schaffe. Es ist unglaublich wichtig für mich, Ordnung zu schaffen, um kreativ und frei zu sein. Deshalb hatte ich die Idee mit dem Stundenplan. Der gibt mir das Gefühl, dass ich mich jetzt voll und ganz auf eine Aufgabe konzentrieren kann. Ich muss nicht ständig darüber nachdenken, was ich noch zu tun habe und wenn ich mit einer Sache nicht fertig werde, ist es nicht so schlimm, ich weiß ja, wann ich wieder ein Zeitfenster dafür habe.

Wie aber könnt Ihr Euch so einen Stundenplan erstellen? Ich erkläre Euch das jetzt Schritt für Schritt:

1. Schreibe auf, was Deine festen Zeiten sind.
Mein Stundenplan geht von Montag bis Freitag, da ich mir die Wochenenden noch „frei“ halten will. Unter der Woche sollte ich von 22.00 bis 6.30 Uhr schlafen, um fit zu sein. Dann hätte ich gern noch wenigstens eine Stunde Freizeit am Abend, also ist die Zeit 21.00 bis 22.00 schon vergeben.
Fest ist bei mir die Zeit am Morgen, weil ich mich von 6.30 bis 9.00 um die Kinder kümmere und darum, dass sie zur Schule und in die Kita kommen.

2. Was willst Du tun? Teile die Aufgaben in Gruppen ein.
Ich habe viele Projekte, die mein zu Hause verschönern sollen. Denen habe ich den schönen Namen HOME gegeben. Dann habe ich noch meine Arbeitsprojekte. Die bekommen den bezeichnenden Gruppennamen ARBEIT und dann gibt es noch diverse Erledigungen wie Steuererklärung, Sachen zur Post bringen, Geburtstagsgeschenke besorgen. Die werden halt ERLEDIG genannt. Dann gibt es noch die schnöde Hausarbeit (HAUS) wie Wäsche waschen, aufräumen etc. Im Stundenplan könnt Ihr die Gruppen noch weiter unterteilen, um auch hier strukturierter arbeiten zu können.

3. Führe ein System ein, um keine Aufgaben und Ideen mehr zu vergessen
Erledigungen können schnell überhand nehmen und auch meine Arbeitsprojekte sind sehr vielfältig. Schafft Euch doch ein Karteikartensystem, um keine Ideen und Aufgaben mehr zu vergessen. Ihr schreibt jede Idee, zum Beispiel für die Gruppe HOME auf eine Karteikarte und legt die Aufgaben, die Euch am wichtigsten sind, ganz nach vorn. Ist dann das Projekt HOME im Stundenplan dran. Zieht Ihr die erste Karte und voilà: Ihr wisst, was heute dran ist 🙂

4. Überlege Dir, wie viel Zeit Du für eine Gruppe brauchst
Nichts ist unbefriedigender als zu wenig Zeit für eine Sache zu haben, aber auch zu viel Zeit kann schnell zur Langeweile führen. Ich möchte, dass mir meine Aufgaben, ob nun Haushalt oder Arbeit oder HOME-Projekt Spaß machen und ich will mich nicht gehetzt fühlen.
Den Haushalt finde ich gar nicht so schlimm, wenn ich nicht den ganzen Tag damit zu tun habe. Da reicht mir eine halbe Stunde am Tag. Für meine Arbeitsprojekte brauche ich definitiv mehr Zeit. 1 bis zwei Stunden sollten da schon drin sein, um gut voranzukommen. Die HOME-Projekte mache ich eher zu Entspannung. Da ist eine halbe Stunde genug, um „befriedigt“ zu sein.
Die kürzeste Zeitspanne, die ich für etwas brauche, ist eine halbe Stunde. Deshalb lege ich meinen Stundenplan im Halbe-Stunden-Rhythmus an. Das kann bei Euch ganz anders sein. Das könnt Ihr individuell entscheiden.

5. Tragt nun alle Gruppen in den Stundenplan ein.
Es muss nicht jeder Tag gleich aussehen. Das könnt Ihr ganz flexibel nach Euren Wünschen einrichten.

Der Stundenplan ist Eure Richtschnur. Nicht jeder Tag ist gleich und es kommt auch mal kurzfristig etwas dazwischen. Ab und zu könnt Ihr Euren Stundenplan jederzeit wieder ändern oder anpassen. Ihr merkt sicher, ob alles so hinhaut, wie Ihr es geplant habt. Betrachtet den Stundenplan als Instrument, um Ruhe in Euren Tag zu bekommen.

PS: Allen kreativen Menschen mit vielen Interessen kann ich nur Barbara Sher ans Herz legen. Sie hat mich auch zur Idee mit dem Stundenplan inspiriert.

Photo Credit: Βethan via photopin cc (Zeit); newkidfish (Cathy A) via photopin (HOME); cc dgray_xplane via photopin cc (Karteikarte)

Sina Jasur
Sina Jasur
Ganz ehrlich? Mein Leben ist zu stressig! Ich bin mit einem Workaholic verheiratet, habe drei Kinder und will mich selbst verwirklichen. Ich schreibe, singe ab und zu in einer Band, engagiere mich in der Flüchtlingshilfe und versuche, nebenbei Geld zu verdienen, am liebsten mit den Dingen, für die ich brenne: Veganismus, Minimalismus und passives Einkommen. Mir macht es einfach Spaß, gesellschaftliche Konzepte zu hinterfragen und neue/alte, andere Wege auszuprobieren. Wenn es Euch auch so geht, ist dieser Blog genau das Richtige.